corona - die krimminellen hintergründe
als ehemaliger meister-spion sollte es rainer rupp eigentlich besser wissen.
siehe das video mit peter könig...


 

 

24.534 Aufrufe vor 4 Tagen
343.000 Abonnenten
Im Oktober 2019 – zwei Monate vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie – wurde ein verblüffend ähnliches Szenario von führenden internationalen Institutionen, wie World Economic Forum und der Weltbank bei einem gemeinsamen "EVENT 201", simuliert. Ist das wirklich nur ein Zufall? Nach 30 Jahren Mitgestaltung der humanitären Programme bei der Weltbank blickt Peter König auf die aktuelle Corona-Pandemie und die im Vorfeld stattgefundene Simulation "EVENT 201" mit Skepsis und warnt: "Wie wir das aufnehmen und mitmachen, diese absolute Übertreibung – das wird getestet, um im nächsten Fall in Betracht gezogen zu werden. Und der nächste Fall, der wird kommen."


als ehemaliger meister-spion sollte es rainer rupp eigentlich besser wissen. siehe das video mit peter könig...

Meinung

Inkompetenz in Berlin hat die Corona-Gefahr potenziert

Inkompetenz in Berlin hat die Corona-Gefahr potenziert
Nicht nur CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn verweist in Sachen Corona-Krise gerne auf das "gut vorbereitete" deutsche Gesundheitssystem, (Symbolbild)

 

Wie erklärt sich die Tatsache, dass die Bundesregierung trotz eindringlicher Warnungen namhafter Virologen zu lange untätig blieb? Dabei lag seit 2012 eine Bundestagsstudie als fertiger Schlachtplan zur Bekämpfung einer neuartigen Corona-Epidemie öffentlich bereit.

von Rainer Rupp

Lange vor der in China seit Januar und im Februar dieses Jahres sich ausbreitenden Corona-Katastrophe hatten Virologen – zumindest in Deutschland – eine ähnliche Entwicklung in Europa vorausgesehen. Dabei konnten sie sich in Bezug auf Deutschland auf eine umfassende Studie zu genau diesem Szenario berufen. Diese Studie war bereits am 21. Dezember 2012 als "Unterrichtung durch die Bundesregierung" dem Bundestag zugeleitet worden und als Bundestags-Drucksache 17/12051 am 3.1. 2013 unter dem Titel "Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012" veröffentlicht worden.

Symbolbild: Deutsches Innenministerium hält Sitzung der Krisenmanagement-Gruppe ab, 3. März 2020

Versteckt im Anhang 4 auf Seite 55 beginnt im letzten Teil des 87-seitigen Berichts eine hypothetische, aber recht detaillierte Darstellung der Risikoanalyse einer "Pandemie durch Virus Modi-SARS" in Deutschland. Die Analyse wurde unter fachlicher Federführung des Robert Koch-Instituts und Mitwirkung weiterer Bundesbehörden durchgeführt. Das entsprechende Szenario war von einer behördenübergreifenden Arbeitsgruppe unter Einbeziehung der Bundeswehr erarbeitet worden. Anschließend wurden die anzunehmende Eintrittswahrscheinlichkeit einer solchen Pandemie sowie das bei ihrem Auftreten zu erwartende Schadensausmaß modelliert.

Das Szenario beschreibt dann – genau wie es aktuell tatsächlich passiert – "ein außergewöhnliches Seuchengeschehen, das auf der Verbreitung eines neuartigen Erregers basiert". Hierfür wurde ein hypothetischer, mit realistischen Eigenschaften versehener Corona-Erreger eines SARS ähnlichen ausgewählt. Diese Wahl geschah "vor dem Hintergrund, dass die Vergangenheit bereits gezeigt hatte, dass Erreger mit neuartigen Eigenschaften (z.B. SARS-Corona-Virus (CoV), H5N1-Influenzavirus), die ein schwerwiegendes Seuchenereignis auslösen, plötzlich auftreten können". Die natürliche SARS-Variante von 2003 habe bereits "sehr unterschiedliche Gesundheitssysteme schnell an ihre Grenzen gebracht", heißt es in der Einführung der Risikoanalyse.

Trotz der bereits erwähnten Warnschüsse in der Realität, z.B. durch SARS und H5N1, hatte die Analyse jedoch die Eintrittswahrscheinlichkeit einer solchen Pandemie mit ihrer Einordnung in die Risikoklasse "C" aus heutiger Sicht unterschätzt. Denn Risikoklasse "C" bedeutet, dass "ein Ereignis statistisch in der Regel nur einmal in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren eintritt". Da kann man umgekehrt nur hoffen, dass die Autoren, die in ihrem Bericht beschriebenen, katastrophalen Auswirkungen der Pandemie überschätzt haben.

Offizielle Definition der Schutzgüter und des Schadensausmaßes:

Mensch                      Schadensausmaß E:

jeweils "mehr als 10.000" mit der Grenze nach oben offen

Volkswirtschaft        insgesamt Schadensausmaß E:

                                   Öffentliche Hand  E:

Sehr große Auswirkungen. Durch das Ereignis verursachte Kosten für die öffentliche Hand haben einen solch erheblichen, überregionalen bis bundesweiten Umfang, dass der Bund aufgrund seiner gesamtstaatlichen Verantwortung mittel- bis langfristig umfangreiche Finanzmittel zur Verfügung stellen muss. Ein Nachtragshaushalt muss infolge des Ereignisses verabschiedet und auch die mittelfristige Finanzplanung muss erheblich nachgebessert werden. Dies hat Auswirkungen auf andere Bereiche des Bundeshaushaltes. EU-Hilfen sind erforderlich (EU-Solidaritätsfond).

                                   Private Wirtschaft E:

Sehr große Auswirkungen. Durch das Ereignis verursachte Kosten für die öffentliche Hand haben einen solch erheblichen, überregionalen bis bundesweiten Umfang, dass der Bund aufgrund seiner gesamtstaatlichen Verantwortung mittel- bis langfristig umfangreiche Finanzmittel zur Verfügung stellen muss. Ein Nachtragshaushalt muss infolge des Ereignisses verabschiedet und auch die mittelfristige Finanzplanung muss erheblich nachgebessert werden. Dies hat Auswirkungen auf andere Bereiche des Bundeshaushaltes. EU-Hilfen sind erforderlich (EU-Solidaritätsfond).

                                   Private Haushalte E:

Mindestens 400.000 Haushalte (nach oben offen) sind betroffen, die eine Wiederherstellung der Normalität nicht aus eigener Kraft bewältigen können.

Immateriell               

Auch beim Schutzgut "Immateriell" ist das Schadensausmaß hoch; bei den Schadensparametern "Politische Auswirkungen" und "Psychologische Auswirkungen" jeweils in der höchsten Schadensklasse "E" und der Parameter "Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und Ordnung" in der zweithöchsten Schadensklasse "D".

                                   Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und Ordnung (D):

Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist überregional mit großem Aufwand verbunden, bzw. regional gefährdet

Politische Auswirkungen (E):

Sehr große politische Auswirkungen bis auf Bundesebene

Psychologische Auswirkungen (E):

Hier wird versucht, das Ausmaß der Auswirkungen des Ereignisses auf das Empfinden/Verhalten der Bevölkerung und ihr dadurch verändertes Arbeits-, Sozial- und Konsumverhalten zu quantifizieren, wovon laut Schadensklasse "E" mindestens 40 Millionen Menschen betroffen wären.

Das in der Studie vom Robert Koch-Institut (RKI) entwickelte Szenario hat mit erstaunlichem Realismus den bisherigen Verlauf des neuartigen, aktuell sehr realen, sich mit rasanter Geschwindigkeit ausbreitenden Corona-Virus und dessen Auswirkungen auf Gesellschaft und vor allem auf die Anforderungen an das Gesundheitswesen vorhergesagt. Wie in der Studie handelt es sich auch aktuell um einen vollkommen neuen Erreger, gegen den die Menschen keine natürliche Immunität besitzen, so dass nahezu jeder infiziert werden kann, auch wenn nicht jeder daran sehr schwer erkranken muss.

Berichten zufolge empfinden viele Menschen mit einem starken Immunsystem das neue Virus nicht schlimmer als einen normalen grippalen Effekt. Für Alte und Schwache kann er jedoch tödliche Folgen haben, genau wie infolge der grippalen Influenza-Viren. Aber das Corona-Virus bewirkt nach allen bisherigen Berichten eine höhere Sterblichkeitsrate, auch wenn sich hier die Zahlen territorial stark unterscheiden, was teils sowohl durch unterschiedliche statistische Erhebungsmethoden als auch durch unterschiedliche Maßnahmen zur Ausbreitungsbegrenzung und sehr verschiedene Qualitätsstandards der jeweiligen Gesundheitssysteme bedingt ist.

Spätestens Mitte Januar sollte klargeworden sein, dass sich in der  globalisierten Welt der heute hochmobilen Menschheit das neuartige Virus nicht auf China würde begrenzen lassen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es auch in Deutschland Fuß fassen würde. Auch hier liegt das im Jahre 2012 vom RKI entwickelte Szenario erstaunlich nahe an der tatsächlichen Entwicklung. Dort heißt es – als Simulation:  

"Das Szenario beschreibt eine von Asien ausgehende, weltweite Verbreitung eines hypothetischen neuen Virus, welches den Namen Modi-SARS-Virus erhält. Mehrere Personen reisen nach Deutschland ein, bevor den Behörden die erste offizielle Warnung durch die WHO zugeht. Darunter sind zwei Infizierte, die durch eine Kombination aus einer großen Anzahl von Kontaktpersonen und hohen Infektiosität stark zur initialen Verbreitung der Infektion in Deutschland beitragen", und weiter:

Zwei der ersten Fälle, die nach Deutschland eingeschleppt werden, betreffen Personen, die sich im selben südostasiatischen Land angesteckt haben. Eine der Personen fliegt noch am selben Abend nach Deutschland, um bei einer Messe in einer norddeutschen Großstadt einen Stand zu betreuen, die andere Person fliegt einen Tag später nach Deutschland zurück, um nach einem Auslandssemester in China ihr Studium in einer süddeutschen Universitätsstadt wieder aufzunehmen. Es gibt weitere Fälle, die nach Deutschland importiert werden, so dass man von insgesamt zehn infizierten Personen ausgeht, auf die die erste Infektionswelle zurückzuführen ist.

Und was empfiehlt diese Pandemie-Studie, welche das Bundesgesundheitsministerium bereits im Jahr 2012 an den Deutschen Bundestag geschickt hatte, als Sofortmaßnahmen? Nichts anderes als leicht und schnell umsetzbare Schritte, nämlich "Absonderung, Schutzmasken und Schutzkleidung und strikte Hygiene, etc." Aber statt die Bevölkerung in unserem Land von vornherein auf diese einfachen, anti-epidemischen Maßnahmen einzuschwören und zugleich für hinreichende Vorräte zu sorgen, hatte Jens Spahn, der gelernte Bankangestellte nebst späterem Uniabschluss in Politikwissenschaft, der nun für die CDU in der GroKo die Rolle des Bundesministers für Gesundheit spielen darf, nichts Besseres zu tun, als abzuwiegeln und auf das "gute vorbereitete" deutsche Gesundheitssystem zu verweisen.

Gut gelaunt: Jens Spahn und Angela Merkel vor ihrer Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin.

Die Gefährlichkeit von COVID-19, so heißt die durch den Corona-Erreger verursachte schwere Lungenerkrankung, relativierte Spahn schnodderig mit dem Verweis auf eine Grippe-Epidemie, die vor wenigen Jahren auch schon mal über 20.000 Tote in Deutschland gefordert habe. Tatsächlich hatte Spahn die Gefährlichkeit der aktuellen Entwicklung komplett verschlafen. Denn in einem Fall wie jetzt sind selbst bei optimaler Reaktion die Folgen verheerend, zumindest laut der RKI-Studie. Dort heißt es prophetisch:

Obwohl die laut Infektionsschutzgesetz und Pandemieplänen vorgesehenen Maßnahmen durch die Behörden und das Gesundheitssystem schnell und effektiv umgesetzt werden, kann die rasche Verbreitung des Virus aufgrund des kurzen Intervalls zwischen zwei Infektionen nicht effektiv aufgehalten werden. Zum Höhepunkt der ersten Erkrankungswelle nach ca. 300 Tagen sind ca. 6 Millionen Menschen in Deutschland an Modi-SARS erkrankt. Das Gesundheitssystem wird vor immense Herausforderungen gestellt, die nicht bewältigt werden können.

Da der Gesundheitsminister und die Bundes- und Landesregierungen insgesamt nun in der Realität lange Zeit nicht reagiert hatten, haben in Panik geratene Teile der Bevölkerung auf eigene Faust gehandelt und in unvernünftiger Weise die Regale der Apotheken leergefegt. Schutzmasken und Desinfektionsmittel waren nicht mehr aufzutreiben, auch im Großhandel nicht mehr. Aber auch dann fand Herr Minister Spahn noch keinen Grund zur Sorge, denn in unserer perfekt organisierten, modernen Wirtschaft war der Nachschub ganz sicher schon unterwegs. Das war er aber nicht, denn die Damen und Herren Politiker hatten auch eine weitere, zeitgleiche Entwicklung verschlafen.

Einerseits waren die Lieferketten buchstäblich gerissen und andererseits gab es – ganz "modern" in der globalisierten Welt – im Normalfall eine gerade für wenige Tage ausreichende Lagerhaltung an medizinischer Schutzkleidung. Und so steht man  mit leeren Händen der Pandemie gegenüber.

Ziemlich hilflos versucht Spahn die katastrophale Mangelwirtschaft im Gesundheitssystem, die er und seine Partei selbst zu verantworten haben, jetzt notdürftig zu verwalten. Aber wo nichts ist, ist auch nichts zu holen. Deutschlandweit kann sich nicht einmal das medizinische Personal selbst bei einer bevorstehenden, massenhaften Behandlung von COVID-19 Patienten ausreichend gegen das hohe Ansteckungsrisiko schützen. Das entsprechende Schutzmaterial fehlt und kann auch nicht mehr auf die Schnelle beschafft werden.

Am Pariser Platz in Berlin am Montag dieser Woche

In unserer tollen, neuen Welt, in der Geiz geil und die Profitmaximierung Trumpf sind, werden nämlich dank der neoliberalen Globalisierung medizinische Schutzkleidung und Zubehör samt etwa 80 Prozent der gängigen, auch rezeptpflichtigen Medikamente in China zu Billiglöhnen hergestellt. Die restlichen 20 Prozent kommen mehrheitlich aus Indien. Auch eine Lagerhaltung zur Vorsorge gibt es bei uns nicht mehr, denn geliefert wurde bisher über die eng vernetzten Lieferketten immer "just in time", also "genau zur richtigen Zeit". Eine E-Mail genügt für eine neue Bestellung. Somit konnte man die Lagerhaltungskosten gegen Null drücken.

Nur jetzt funktionierte das Ganze plötzlich nicht mehr. Seit Anfang des Jahres sind etwa 300 der für manche Patienten sogar lebenswichtigen Medikamente in deutschen Apotheken immer weniger oder gar nicht mehr erhältlich, auch nicht nach langen Wartezeiten. Nur in den Ländern, wo die Verantwortlichen in der Regierung im alten Stil noch für eine gewisse Vorratsbewirtschaftung gesorgt haben, ist es anders.

Aber Vorsorge für das Wohl der Bevölkerung zu treffen, das ist wohl zu viel verlangt vom Bundesgesundheitsminister. Herr Spahn und sein Ministerium, das unser Gesundheitswesen stromlinienförmig auf Gewinnmaximierung trimmte, hat dafür die Versorgungssicherheit der Bevölkerung lieber dem freien Spiel der Märkte und der Profitgier der Pharmaunternehmen, der Krankenhaus-Betreiber und von deren Aktionären überlassen, statt sich in "den Markt" einzumischen. Aber es geht auch anders: 

In der Bundesrepublik gibt es beispielsweise seit Jahrzehnten eine Notfallreserve von Rohöl für Wirtschaft und Industrie, aber einen Notfallvorrat von Inhaltsstoffen für die gängigsten Medikamente und medizinischen Hilfsmittel zum Wohl der Bevölkerung gibt es nicht.

Da jegliche Einmischung des Staates in die geheiligte "Freiheit" der Wirtschaft von interessierten Kreisen sofort als angeblicher "Sozialismus" beschimpft wird, sind solche Maßnahmen für deutsche Politiker ein Tabu, denn sie müssten zu Recht fürchten, dass sie bei jenen, die wirklich die Macht im Staat in ihren Händen halten, in Ungnade fallen.

Minister Spahn reagierte selbst dann noch nicht, als die Unternehmen des Pharmagroßhandels ihre noch vorhandenen Bestände Anfang Februar schamlos zu höheren Preisen zurück an China verkauften, da selbst dort die Vorräte ausgegangen waren. Als dann wenige Wochen später deutsche Krankenhäuser und Arztpraxen in Erwartung von COVID-19 vermehrt nach medizinischen Schutzanzügen und Masken nachfragten, gab es keine mehr.

Erst zu diesem Zeitpunkt, an einem Dienstag, am 10. März, kam aus dem Bundesministerium für Gesundheit der Erlass, mit dem ein Verbot über den Export dieser Waren aussprach, von denen es kaum noch welche gab. Dieses Verbot bezog sich sogar auf den Export in die Länder der EU, was und die von Corona schwer in Mitleidenschaft gezogenen Italiener irrigerweise als puren, bösartigen Egoismus der Deutschen interpretierten, obwohl es einfach nur Dummheit und Inkompetenz ist.

Die Kranken in Italien erhalten inzwischen umfangreiche internationale Hilfe in Gestalt von Experten und durch medizinisches Material aus China und Russland, aber nicht von ihren EU-Partnern. Hilfesuchend hat sich dieser Tage auch der CDU-Landrat des von Corona besonders betroffenen Ortes Heinsberg gen Osten gewandt. Angesichts der nur noch für wenige Tage ausreichenden Bestände an Schutzkleidung für das medizinische Personal in seinem Landkreis hat er in einem Schritt der Verzweiflung mit einem Offenen Brief den chinesischen Präsidenten Xi um Hilfe gebeten. Und die Chinesen haben auch bereits geantwortet und eine Lieferung versprochen: Eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung.

Rückblickend kann man angesichts der damals schon explosionsartigen COVID-19 Erkrankungen in Italien nur den Kopf darüber schütteln, zu welchen "durchgreifenden anti-epidemischen Maßnahmen" sich der Krisenstab der Bundesregierung noch am 10. März 2020 dieses Jahres "durchgerungen" hatte: Für die Zeit ab dem 16. März sollten bis auf Weiteres keine Besuchergruppen mehr in Bundesministerien und in den nachgeordneten Behörden empfangen werden! In einer Mitteilung hieß es: "Damit sollen mögliche Infektionsrisiken für die Kernfunktionen der Bundesregierung vermindert werden." Toll! Auch unsere Parlamentarier im Bundestag hatten bereits zuvor für das Umfeld und das Reichstagsgebäude selbst eine ähnliche Regelung beschlossen. Das Glück der Belgier, die vor einiger Zeit – aus anderen Gründen – für fast zwei Jahre ohne Regierung ihr Leben führen konnten, bleibt uns Deutschen weiterhin versagt.

Und was hatte der Krisenstab an diesem historischen 10. März noch beschieden? Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern sollten abgesagt werden, allerdings Fußballgroßereignisse mit Zigtausenden von dicht gedrängten Zuschauern blieben davon unberührt, denn Corona würde vermutlich vor den Stadien einen großen Bogen machen.

Virologen hatten von Anbeginn unablässig betont, dass in der Pandemiebekämpfung vor allem die ersten Wochen zählen, wenn man eine Chance haben will, die Ausbreitung der Krankheit als Epidemie in ihrer dann steil anwachsenden, exponentiellen Kurve abzuflachen. Nur dann habe das Gesundheitssystem eine Chance, nicht mit schweren Krankheitsfällen – wie derzeit in Italien – vollkommen überfordert zu werden. Erst in den letzten zwei Wochen, nachdem der sprichwörtliche Gaul längst davongelaufen ist, schlagen die Vereinten Dilettanten in Berlin und in den Hauptstädten der Bundesländer mit einem lauten Knall seine Stalltür zu – und haben nun so gut wie alles verboten: Veranstaltungen, geöffnete Läden, Restaurants und Kneipen aller Art sowie von Kitas und Schulen. Außerdem ein Kontakt- oder Versammlungsverbot, das fast schon einer Ausgangssperre mit wenigen Ausnahmen nahekommt.

Erst jetzt – unter weitaus schlechteren Bedingungen – reagieren die Verantwortlichen plötzlich mit ganzer Wucht, auch mit schwerwiegenden Eingriffen in die viel gepriesenen Freiheitsrechte der Bürger, bis hin zur Quasi-Ausgangssperre. Wollen unsere verantwortlichen Politiker auf Kosten der Bürger jetzt mit blindem Aktionismus von ihrer zuvor unter Beweis gestellten Inkompetenz ablenken?

Einen Lichtblick gibt es in der RKI-Studie aus dem Jahr 2012: In dem teils durchaus realistischen Szenario dauert die Krise – in drei schwächer werdenden Wellen – über drei Jahre, aber trotz der vielen Toten und Kranken bleibt die Versorgung der Bürger mit Wasser, Energie und Lebensmitteln flächendeckend gesichert. Ich kann jedem nur einen Blick in die Studie empfehlen, denn sie bietet einen durchaus realitätsnahen Blick in die Zukunft, wenn es nicht gelingt, in den nächsten Monaten wenigstens wirksame Medikamente zu entwickeln, in die Apotheken zu bringen und hoffentlich bis etwa Ende dieses Jahres einen Impfstoff entwickelt zu haben.

Von dem thematisch breiter gefassten Titel: BT-Bericht Schmelzhochwasser sollte man sich nicht irritieren lassen, denn unter Punkt 2.3 des Berichts findet man die zusammenfassende Einführung zur "Risikoanalyse Pandemie durch Virus Modi-SARS" und unter "Anhang 4" ist die Analyse zur Virus-Ausbreitung selbst zu finden.

RKI: Wenn Kontakteinschränkungen nicht greifen, drohen schon bald zehn Millionen Corona-Fälle




Russlands unerwarteter Vorteil im vermeintlichen "Ölpreiskrieg"

Russlands unerwarteter Vorteil im vermeintlichen "Ölpreiskrieg"

 

Der globale Wirtschaftsabschwung aufgrund des Corona-Virus und der Auflösung der OPEC+-Abmachung über die Kürzung der Ölgewinnung brachte den Rubel ins Wanken, was Russland einen unerwarteten Vorteil im sogenannten "Ölpreiskrieg" verschaffen könnte. Während der Rubel jetzt auf dem niedrigsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit vier Jahren ist, stellt der billigere Rubel für Russlands Ölproduzenten im vermeintlichen "Ölpreiskrieg" um Marktanteile mit Saudi-Arabien einen positiven Aspekt dar. Der Zusammenbruch der OPEC+-Vereinbarung und der Ölpreise traf die Finanzmärkte und die Währung Russlands und führte zu einem starken Rückgang des Rubels gegenüber dem US-Dollar. Je weiter der Rubel gegenüber dem US-Dollar fällt, desto niedriger sind die Produktionskosten der russischen Ölgesellschaften in US-Dollar.
Ölraffinerie der Philadelphia Energy Solutions in den USA

Sicherlich ist ein bröckelnder Rubel ein nicht sehr angenehmes Ergebnis des Ölpreiseinbruchs für das russische Währungssystem und die Devisenreserven. Dennoch könnte es den russischen Ölfirmen helfen, ihre Kosten in US-Dollar für ihre Operationen zu senken.

Laut den Berechnungen von Reuters sind die Transportkosten pro Barrel Öläquivalent des größten russischen Ölproduzenten, der staatlich kontrollierten Rosneft, nun niedriger als die Kosten des saudi-arabischen Ölgiganten Aramco. Und dies ist auf den fallenden Rubel gegenüber dem US-Dollar zurückzuführen. Andererseits ist die Währung Saudi-Arabiens, der Riyal, zu einem festen Wechselkurs an den US-Dollar gekoppelt, sodass die US-Dollarkosten für Saudi Aramco vor und nach dem Ölpreisverfall und dem Zusammenbruch der OPEC+-Vereinbarung gleich hoch sind.

Im vergangenen Jahr lagen die durchschnittlichen Transportkosten von Rosneft in US-Dollar pro Barrel Öläquivalent bei 3,10 US-Dollar. Im Vergleich dazu zahlte Saudi Aramco laut Reuters 2,80 US-Dollar pro Barrel.

Der bröckelnde Rubel hat die Kosten für Rosneft nun auf 2,50 US-Dollar pro Barrel gesenkt, während die Kosten für Aramco aufgrund des festen Wechselkurses mit der Koppelung des Riyal an den US-Dollar dieselben geblieben sind, so die Berechnungen von Reuters.

In der vergangenen Woche sagte Rosneft-Chef Igor Setschin, der in Russland am lautstärksten den inzwischen gescheiterten OPEC+-Pakt kritisierte, dass die Betriebskosten von Rosneft mit denen von Saudi-Aramco vergleichbar seien. Rosneft könnte sogar eine höhere Effizienz erreichen, da es im Gegensatz zu Saudi-Arabien den Ölpreis nicht drückt. Setschin sagte dem Nachrichtensender Rossija 24:

Unsere Betriebskosten sind mit denen von Saudi Aramco vergleichbar. Unsere Kosten liegen bei 3,10 US-Dollar pro Barrel, ihre liegen irgendwo zwischen 2,50 und 2,80 US-Dollar. Wir können effizient und ohne Dumpingpreise arbeiten, wie sie [Saudi-Arabien] es tun. Daher könnte unsere Effizienz sogar höher sein als ihre.

Doch nicht jeder in Russland ist sich so sicher wie Setschin, dass sein Unternehmen Aramco in Bezug auf die niedrigen Produktionskosten in einer Zeit bröckelnder Ölpreise überholen kann.

Die russische Wirtschaft kann zwei Jahre mit einem Ölpreis von 20 US-Dollar pro Barrel überleben

Leonid Fedun, Vizepräsident des zweitgrößten russischen Ölproduzenten Lukoil, bezeichnete den Ölpreisabsturz in der vergangenen Woche in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender RBK als "katastrophal".

Ein Ölpreis von 25 US-Dollar pro Barrel sei katastrophal. Er fügte hinzu, dass die Auflösung des OPEC+-Deals und der darauf folgende saudisch-russische "Krieg bis zur Erschöpfung" die Hauptgründe für die seit Jahren niedrigsten Ölpreise seien.

Fedun räumte ein, dass die Corona-Virus-Pandemie zwar die Volkswirtschaften und die Ölnachfrage überall auf der Welt trifft, eine Einigung zwischen der OPEC und Russland auf weitere Kürzungen und Zusammenarbeit jedoch dazu geführt hätten, dass die Ölpreise jetzt bei etwa 50 US-Dollar pro Barrel lägen.

Auf die Bitte, die Einschätzung von Fedun zu den "katastrophal" niedrigen Ölpreisen zu kommentieren, sagte der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow am Freitag, dass der Ölpreiseinbruch nicht "katastrophal", sondern ein "sehr unangenehmes Preisumfeld" sei.

Russland habe genügend Puffer, um mit der Situation fertig zu werden, so der Beamte. Er bekräftigte die offizielle russische Position, dass es mit den so niedrigen Ölpreisen bis zu zehn Jahre leben könne. 

Letzte Woche räumte Moskau ein, dass seine Einnahmen aus Öl und Gas aufgrund der fallenden Ölpreise um 39,5 Milliarden US-Dollar (ungefähr drei Billionen Rubel) niedriger sein würden als geplant und dass Russlands Haushalt in diesem Jahr ein Defizit aufweisen werde.

Der Einbruch der Ölpreise und die Aussicht auf einen schwerwiegenden Einbruch der Nachfrage im Zuge der Corona-Virus-Pandemie könnten einige russische Unternehmen dazu veranlassen, ihre frühere Politik zur Steigerung der Produktion ab dem 1. April, wenn der OPEC+-Deal endgültig ausläuft, zu überdenken, meinen einige russische Ölmanager.

Am Montag trafen sich Führungskräfte der russischen Top-Ölfirmen mit dem russischen Energieminister Alexander Nowak zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen nach dem Bruch mit der OPEC und dem Preiseinbruch. 

US-Präsident Trump während seiner Besichtigung des Shell Pennsylvania Petrochemicals Complex in Monaca, Pennsylvania im August 2019 (Symbolbild)

Tatneft-CEO Nail Maganow, der sich vor zwei Wochen damit brüstete, dass selbst ein Ölpreis von acht US-Dollar für sein Unternehmen nicht kritisch sei, erklärte nach dem Treffen am Montag gegenüber Reportern, dass es für russische Firmen aufgrund der Corona-Virus-Pandemie möglicherweise nicht wirtschaftlich machbar sei, die Produktion ab April zu erhöhen. Maganow hob hervor:

Ohne das Corona-Virus wäre es wirtschaftlich sinnvoll gewesen, die Produktion zu erhöhen. Kaum jemand hätte einen solchen Preiseinbruch vorhersagen können.

Russland ist Berichten zufolge zuversichtlich, die Saudis im Wettlauf um Marktanteile zu schlagen. Am Ende könnte sich herausstellen, wessen Staatsfinanzen dem selbstschädigenden Preiskampf inmitten einer so gedrückten Nachfrage standhalten werden, dass selbst ein Abzug von zehn Millionen Barrel pro Tag vom Ölmarkt nun nicht mehr ausreichen würde.

Mehr zum Thema - "Ein komplettes Blutbad": Saudi-Arabiens Ölpreiskrieg zielt auf USA und Russland ab






Corona-Maßnahmen bedrohen weltweit die Existenz

von zwei Milliarden informellen Arbeitern

Corona-Maßnahmen bedrohen weltweit die Existenz von zwei Milliarden informellen Arbeitern
Szene auf einem Straßenmarkt in Medellin, Kolumbien – 19. März 2020

 

Straßenhändler, Gelegenheits- und Berufslandwirte, Selbständige oder Personen mit prekären Verträgen leiden ganz besonders unter den wirtschaftlichen Folgen der durch die Corona-Pandemie auferlegten freiwilligen oder obligatorischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens.
 
Ob in Deutschland oder wie auf dem Foto im österreichischen Graz: Schutzmasken sind für die Normalbevölkerung nicht mehr erhältlich - außer zu horrenden Summen im Internet, denn Angebot und Nachfrage bestimmen in einer

"Die Romantisierung der Quarantäne ist ein Klassenprivileg." Das Bild mit diesem Satz auf einem Transparent verbreitet sich in den sozialen Netzwerken, weil es die kritische Situation von Millionen von Menschen zusammenzufasst, die für ihren Lebensunterhalt von der täglichen Arbeit abhängig sind und die von den radikalen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus besonders stark betroffen sind.

Das Zuhausebleiben bedeutet für sie, nicht zu arbeiten und nicht zu essen. Daher gibt es zunehmend Kritik an den Empfehlungen zum Konsumverhalten, die auf allen möglichen Plattformen verbreitet wurden, um die häusliche Enge nun zu "genießen" oder "auszunutzen": Wie kann man Bücher schreiben oder lesen, Yoga- oder Gymnastikunterricht über Skype nehmen, sich für kostenlose Online-Kurse anmelden, Konzerte per Streaming genießen, Museen virtuell besuchen oder Film- und Serien-Marathons machen, angesichts solch existenzieller wirtschaftlicher Unsicherheiten?

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gibt es weltweit zwei Milliarden informelle Arbeiterinnen und Arbeiter. Sie stellen mehr als 60 Prozent der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung dar. Arbeitsverhältnisse mit gesetzlicher sozialer Absicherung machen weltweit den deutlich geringeren Anteil aus. Die auch in Deutschland zunehmend durchgesetzte Prekarisierung der Arbeit ist ein globales Phänomen.

Viele von ihnen stecken buchstäblich in einem Dilemma, bei dem es ums nackte Überleben geht. Wenn sie sich nicht an die Quarantäne halten, gefährden sie ihre Gesundheit und die Gesundheit anderer. Aber zu Hause zu bleiben, bedeutet einen vollständigen Einkommensverlust. Ersparnisse, mit denen man sich jetzt durch die Zeit des Notstandes retten könnte, kann man unter den gegebenen prekären Arbeitsbedingungen zumeist unmöglich zur Seite legen.

Kritisch ist die Situation in den Schwellen- und Entwicklungsländern, auf die 93 Prozent der informellen Beschäftigungsverhältnisse entfallen. In Lateinamerika beispielsweise gibt es 130 Millionen informelle Arbeiterinnen und Arbeiter, allen voran in Mexiko. Das staatliche Nationale Institut für Statistik und Geographie (INEGI) hat festgestellt, dass 57 von 100 Arbeitnehmern in diesem Land in keinem formalen Arbeitsverhältnis mit einem Arbeitgeber stehen und keine Beiträge zum Renten- und Krankenversicherungssystem leisten.

Einer von ihnen ist Arturo Ramírez, ein Händler, der einen Saftstand vor einer U-Bahn-Station in Mexiko-Stadt betreibt. Er hat ihn vor sechs Jahren eröffnet, arbeitet von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends. Er befürchtet jetzt, dass die Behörden ihn zur Schließung zwingen werden. Er hat keine Ersparnisse und muss seine drei minderjährigen Kinder unterstützen. Seine Frau verkauft Kleidung in einem anderen Viertel der Hauptstadt, aber ihr Verdienst reicht kaum aus, um wesentliche Ausgaben wie Unterkunft, Essen und Schulbildung zu decken.

Ich hoffe, sie schließen nicht unsere Posten, wovon werden wir leben? Selbst bei der Grippe waren sie nicht so hart", sagt Ramírez gegenüber RT.

Er erinnert dabei an die Grippe-Pandemie von 2009 und an die gleiche Unsicherheit und Besorgnis, die Märkte, Flohmärkte und Straßenhändler heute wieder plagen. Im mexikanischen Tepito, einem der größten Einkaufsviertel ganz Lateinamerikas, will sich niemand an eine Quarantäne halten, falls der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador seine Meinung ändert und eine solche Maßnahme, bei der er bisher nur von einer bloßen Empfehlung sprach, zur Pflicht macht.

Es ist gut, dass der Präsident uns nicht gezwungen hat, uns zu Hause einzuschließen, wir müssen arbeiten, die Leute kommen immer wieder zum Einkaufen, davon leben wir, niemand gibt mir etwas, ich muss meinen Sohn unterstützen, der kurz vor dem Eintritt in die High School steht", sagt Griselda Martínez, eine T-Shirt-Verkäuferin.

Eine Quarantäne durchzustehen, indem sie sich Filme ansieht oder liest, findet sie unvorstellbar:

Das ist für die Reichen.

Nach Mexiko haben Kolumbien und Brasilien mit jeweils rund 46 Prozent die höchsten Quoten informeller Beschäftigung in der Region. Das Problem ist, dass es in Lateinamerika im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich und Spanien, wo die Regierungen die Sozialleistungen erhöht und sogar die Mieten übernommen haben, keine Staaten mit einem Sozialsystem gibt, die ein Mindesteinkommen für die gesamte Bevölkerung garantieren.

Ausgangssperren und Quarantäne – schlecht für Selbstständige und Kleinbetriebe. Auf dem Bild: Corona-Diagnostik in Nürtingen

Der Zustand informeller Anstellungsverhältnisse betrifft im Übrigen nicht nur die fahrenden Händler. Sie sind nur am offensichtlichsten, weil sie auf der Straße arbeiten, vor den Augen aller. Aber es gibt auch andere Selbständige, die für ihre Dienste bezahlt werden und davon leben müssen, von Landarbeitern über Maler, Maurer, Tischler, Stylisten, Schneider und Elektriker bis hin zu Kleinhändlern und Fachleuten, die in vielen Ländern als Mittelschicht gelten, aber in Wirklichkeit nur einen Schritt vom Abrutschen in die Armut entfernt sind. Dazu gehören auch freiberufliche Journalisten, Kameraleute und Fotografen, Verleger und Buchhändler mit kleinen, von großen Konzernen unabhängigen Unternehmen, darüber hinaus Agenten oder Produzenten kultureller Veranstaltungen, die wegen der Pandemie abgesagt wurden, sowie Techniker, Schauspieler und Schauspielerinnen, deren Fernsehprogramme, Theaterstücke und Shows eingestellt wurden.

Ein Beleg dafür sind die Botschaften, die täglich die sozialen Netzwerke überfluten, um gegen die Freizeitaktivitäten zu protestieren, die von Menschen vorgeschlagen werden, deren Ernährung und Bezahlung von Dienstleistungen und Mieten gut abgesichert ist oder die als Eigentümer gut dastehen. Ganz zu schweigen von denen, die Supermarkt-Produkte in übermäßigen Mengen für sich gehortet haben. Sie waren dazu in der Lage, weil sie über wirtschaftliche Ressourcen verfügen, die der Mehrheit der lateinamerikanischen Bevölkerung fehlen, insbesondere jenen informellen Arbeitern.

Es ist einfacher, die Quarantäne zu akzeptieren und einzuhalten, wenn man im öffentlichen oder privaten Sektor arbeitet und am Ende des Monats ein Gehalt bezieht, während diejenigen von uns, die von unseren Kunden abhängig sind, um Gehälter, Dienstleistungen und Steuern zu zahlen, die Entscheidung aufgrund der damit verbundenen Verantwortung furchtbar kompliziert finden", heißt es zusammenfassend in einer Botschaft, die von argentinischen Kleinstunternehmern in sozialen Netzwerken geteilt wird.

In ihrer Stellungnahme machen sie deutlich, dass sie die Bedeutung der vom argentinischen Präsidenten Alberto Fernández angeordneten obligatorischen Quarantäne verstehen. Notwendig sei es aber, dass die Behörden und der Gesetzgeber, "die am Ende des Monats Gehälter in Millionenhöhe einziehen werden", weitere Verordnungen erlassen. Damit die Banken, Steuerbehörden und Dienstleistungsagenturen die Schulden einfrieren und den Steuer- und Zinsdruck auf die betroffenen Arbeiter und Kleinunternehmen verringern, solange der Notstand andauert.

Es beunruhigt mich sehr, dass es mit der obligatorischen Quarantäne und einem virtuellen Belagerungszustand, um sie zu garantieren, immer noch keine Nachricht darüber gibt, wie Schwarz-Arbeiter und Einzelselbständige unterstützt werden, die weder die Zeit haben, Racine oder Joyce zu lesen, noch die kleinen Mahlzeiten haben, die vom Staat oder anderen Arbeitgebern gesichert sind, sondern die jeden Tag hinausgehen müssen, um ihr Brot zu verdienen, da sie sonst nichts essen", schrieb ein Maler auf Facebook.

Hilferufe breiten sich jetzt in der gesamten Region aus. Verstärkt wird das Elend durch Entscheidungen privater Unternehmen, unplanmäßig den Urlaub ihrer Mitarbeiter vorzuziehen oder zu verlängern, jedoch ohne Bezahlung und ohne die Zusicherung, dass die Arbeitsplätze nach der Corona-Pandemie noch existieren. Die Reaktion der Regierungen steht noch aus.

 

Mehr zum Thema - "Pleitewelle unvorstellbaren Ausmaßes":
Klein- und Mittelständler fordern mehr Soforthilfen

 

 


Corona-Krise in Venezuela
– Hilfen aus China, Russland und Kuba über eine Luftbrücke

Corona-Krise in Venezuela – Hilfen aus China, Russland und Kuba über eine Luftbrücke
Venezuela im Ausnahmezustand – durch die US-Sanktionen blockiert nach außen und durch die Quarantäne-Maßnahmen in der Corona-Krise zusätzlich blockiert im Inneren

Russland, China und Kuba handeln in der Corona-Krise großzügig solidarisch, während die USA durch ihre Blockade Schiffe mit Hilfsladungen nach Venezuela zur Umkehr zwingen. Die medizinische Nothilfe mit Personal und Gütern erfolgt über einen "humanitären Korridor" aus der Luft.

von Maria Müller

Vier Tage nach Bekanntwerden der ersten Corona-Infektionen verfügte Präsident Nicolás Maduro eine strikte Quarantäne im ganzen Land. Der Karibikstaat organisiert die systematische Erfassung von Infektionsfällen des Corona-Virus per Internet und versorgt die Bevölkerung von Tür zu Tür. Eine Reihe von sozialen und wirtschaftlichen Maßnahmen sollen die Wirtschaft, aber auch Beschäftigte mit Arbeitsverträgen und informell, also ohne Anstellungsverhältnis Tätige schützen.

Mafiastaat USA? US-Präsident Donald Trump, sein Vize Mike Pence und der US-Generalbundesanwalt William Barr haben ein Kopfgeld von 15 Millionen US-Dollar auf den gewählten und von der UN anerkannten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ausgesetzt.

Hilfslieferungen aus China

"Wir danken der Volksrepublik China, ihrem Präsidenten Xi Jinping, seiner Regierung und dem Volk Chinas von ganzem Herzen für diese großzügige solidarische Unterstützung", äußerte sich die Vizepräsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez am 19. März auf dem Flughafen in Caracas. An der Seite des chinesischen Botschafters Li Baorong empfing sie ein chinesisches Frachtflugzeug mit großen Mengen an Medikamenten und medizinischen Ausrüstungen.

Heute ist eine erste Sendung von Medikamenten, Sicherheitsanzügen, Schutzbrillen, 4.000 Diagnosesets, klinischen Handschuhen und Luftreinigungsgeräten für Krankenhäuser in Venezuela angekommen", so Rodríguez.

Präsident Maduro habe außerdem um chinesische Fachkräfte mit Erfahrung in Epidemien gebeten. Des Weiteren soll ab dieser Woche eine permanente Luftbrücke zwischen beiden Staaten eingerichtet werden, um den notwendigen Nachschub sichern zu können.

Russland verteilt humanitäre Hilfsgüter

Auch Russland kündigte für die kommende Woche eine "bedeutende Schenkung an humanitären Hilfsgütern" an, darunter Medikamente, Tests zur Früherkennung, Schutzanzüge, Gesichtsmasken, Handschuhe und anderes.

Ein großes Kontingent kubanischer Ärzte

Am 21. März landeten 130 kubanische Ärzte auf dem Flughafen von Caracas. Es handelt sich um Experten, die in jahrelangen Einsätzen gegen Epidemien auf der ganzen Welt und besonders in Afrika (gegen das Ebolavirus) Erfahrungen gesammelt haben. Sie werden den Menschen in Venezuela in einem selbstlosen Einsatz zur Seite stehen. Ohne Frage riskieren sie dabei ihre eigene Gesundheit.

Genügend Medikamente

Die venezolanische Regierung versicherte der Bevölkerung, alle 24 Medikamente, die man im Kampf gegen das Corona-Virus in China eingesetzt hat, stünden ausreichend zur Verfügung. Darunter auch das kubanische Medikament Interferon Alfa 2B Humano Recombinante, mit dem das soziale Umfeld von Erkrankten zusätzlich behandelt und damit resistent gemacht wurde. Auch auf diese Weise konnte man das Virus eindämmen.

Venezuela bemüht sich gegenwärtig um die Lieferung von Rohstoffen, um die Arzneimittel in eigenen pharmazeutischen Betrieben zu produzieren. Doch selbst unter diesen Bedingungen einer weltweiten Epidemie muss Venezuela gegen die ohnehin brutalen Sanktionsmaßnahmen der Vereinigten Staaten ankämpfen.

Trotz Pandemie US-Lieferblockade von Hilfsgütern

Alle Schiffe, die Hilfsgüter und Lebensmittel nach Venezuela transportieren wollen, werden von der US-Flotte zur Umkehr gezwungen. Die USA bedrohen internationale Pharmakonzerne, bei denen Venezuela Arzneimittel einkaufen möchte, mit Sanktionen. Das steht im völligen Gegensatz zu den Medienkampagnen von 2019, als Washington und Brüssel noch angeblich einen "humanitären Korridor" zur medizinischen Versorgung der venezolanischen Bevölkerung einrichten wollten – die USA drohten sogar mit einer Invasion. Heute verhindern sie die medizinische Versorgung nach Kräften. So bleibt Venezuela nur ein echter "humanitärer Korridor" per Luftbrücke mit China, Russland und Kuba als Ausweg.

Landkarte der Infektionsherde

Delcy Rodríguez betonte vor der Presse vor allem die Bedeutung einer "Landkarte der Infektionsherde", mit der die Regierung in den kommenden Tagen arbeiten wird. Damit sollen Gebiete mit Erkrankten auf einer Karte im World Wide Web geografisch lokalisiert und täglich aktualisiert werden. Mit diesem Instrument können die Gesundheitsbehörden Maßnahmen gezielter durchführen. Neben der Abklärung und Frühbehandlung von Erkrankten kann man so auch deren Angehörige und Kontaktpersonen vorbeugend versorgen und kontrollieren. Doch auch die betroffenen Häuser, die Einkaufsmöglichkeiten, die örtlichen Transportmittel oder die Krankenstationen der Zone können so gezielter desinfiziert werden.

Die Landkarte wurde mittels eines Fragebogens über mögliche körperliche Symptome erstellt, der per Internet abrufbar ist. Über neun Millionen Personen sollen sich an der Aktion beteiligt haben. Ärzte und Pflegepersonal kommen direkt in die Wohnung der Betroffenen, wenn Verdachtsmomente hinsichtlich einer Virusinfektion bestehen. Auf diese Weise wird auch verhindert, dass Patienten sich unnötig auf die Straße begeben, um eine Krankenstation oder ein Hospital aufzusuchen, was zu neuen Ansteckungen führen könnte.

Die soziale Organisation in den Stadtvierteln

Gesundheitsbrigaden besuchen die Patienten und sorgen für eine gesicherte Übergabe von Lebensmitteln und sonstigen Produkten des täglichen Bedarfs. Hier zahlt sich die soziale Organisation der Stadtviertel in Venezuela aus. Die örtlichen Freiwilligen, die bisher vor allem die tägliche Verteilung von Paketen mit Grundnahrungsmitteln an bedürftige Familien durchführten, können nun bei dieser personell aufwendigen Aktion gegen das Virus mithelfen. Denn seit dem 16. März herrscht in Venezuela die absolute Quarantäne. Nur lebensnotwendige Dienstleistungen werden aufrechterhalten, Mundschutz ist Pflicht. Am 18. März waren nach offiziellen Angaben 70 Fälle von infizierten Patienten registriert. Die ersten Erkrankten kamen aus Europa und Kolumbien.

Absicherung von Produktion und Arbeitsplätzen

Die Regierung verkündete Maßnahmen, um die Lage der Arbeitenden und der Betriebe abzusichern. Arbeitsplätze sind bis Ende Dezember unkündbar; die Gehaltsabrechnungen der kleinen und mittleren Betriebe werden nach einem Sonderplan reguliert; Mietzahlungsverpflichtungen für Geschäfte und Hauptwohnungen werden für sechs Monate storniert; Investitionen in der Nahrungsmittelproduktion haben absolute Priorität. Dadurch sollen die sieben Millionen Kartons mit Grundnahrungsmitteln für bedürftige Familien weiterhin gesichert sein. Der Staat zahlt Sonderprämien für alle im informellen Wirtschaftsbereich und in der Privatwirtschaft Arbeitenden; Kapital- und Zinszahlungen werden für alle Kredite abgesetzt; insgesamt gelten verbesserte Kreditbedingungen für kleine und mittlere Betriebe.

China hilft Lateinamerika

China hilft nicht nur Venezuela. Der asiatische Riese unterstützt mittlerweile weltweit 82 Länder. Schon während seiner eigenen Viruskrise schickt das Land Medikamente, Schutzmaterial und Ärzte in die ganze Welt. Vor allem Südkorea, Italien, Spanien, Griechenland, der Iran, Sri Lanka, der Irak und Japan erhielten humanitäre Hilfslieferungen aus China. Doch auch zahlreiche Staaten Lateinamerikas freuen sich über dessen medizinische Zuwendungen. Andere schließen gerade diverse Verträge über medizinische Produkte mit dem Land ab.

Argentinien empfängt in dieser Woche das zweite Flugzeug mit je 50.000 Einheiten des Corona-Diagnosetests sowie zehn Beatmungsgeräten. Die Privatstiftung des chinesischen Multimillionärs und Alibaba-Gründers Jack Ma begleitet die staatliche Lieferung mit eigenen Schenkungen. Im Fall von Argentinien überbrachte die Jack-Ma-Stiftung weitere 50.000 Prüf-Sets. Insgesamt will die Stiftung zwei Millionen Masken, 400.000 Diagnosetests und 104 Atmungsgeräte an 24 Länder Lateinamerikas vergeben.

Brasilien will von der chinesischen Firma Guangzhou Wondfo Biotech zehn Millionen Exemplare eines 15-minütigen Schnelltests für Corona-Viren kaufen. Das Land registrierte bisher 1.500 Infizierte und 25 Todesfälle.

Ecuador erhielt eine Schenkung der chinesischen Regierung von 70.000 Mundschutzmasken, 5.180 Schutzanzügen und 140 Infrarot-Thermometern. Ecuador ist das erste Land Lateinamerikas, das einen speziellen Ein-Minuten-Test für Corona-Viren erhielt. Er arbeitet mit künstlicher Intelligenz von Huawei.

Uruguay und China vereinbarten am 21. März die Vergabe von 150.000 Schutzmasken und 20.000 Diagnosetests. Weitere Lieferungen werden vorbereitet.

Peru möchte das flexible 1.000-Betten-Hospital Chinas kaufen, das beim Ausbruch der Krise in nur zehn Tagen aufgebaut wurde. Es kann zügig auf- und abgebaut und in andere Landesteile verlegt werden.

Nicaragua plant, das kubanische Medikament Interferon Alfa 2B Humano Recombinante im eigenen Land herzustellen, da es in China beim Kampf gegen das Corona-Virus erfolgreich war.

El Salvador bestellte 6.000 Einheiten des kubanischen Medikaments Interferon Alfa 2B bei der kubanischen Regierung.

In Chile, das inzwischen 922 registrierte Corona-Fälle besitzt, darunter zwei Todesfälle, müssen die Patienten 30 Dollar für einen Test bezahlen, um eine Infektion abzuklären. Die Armen in Chile können sich das nicht leisten. Das Gesundheitssystem ist weitgehend privatisiert. Die chilenische Regierung hat sich bislang nicht für eine humanitäre Hilfe aus China, Russland oder Kuba interessiert.

Die Presseagentur TALAM meldet am 23. März, dass in Argentinien eine interaktive App für Android-Handys zur Verfügung steht, die nach einem ähnlichen Muster wie in Venezuela arbeitet. Mit einem Fragebogen werden mögliche Symptome abgeklärt, um den Verdacht auf eine Virusinfektion zu erhärten oder auszuschließen.

 

Mehr zum Thema - China: Kubanisches Medikament bewährt sich im Kampf gegen Corona-Virus

 


Kollektiver Selbstmord wegen Corona-Krise – aus Angst vor dem Tod?

Kollektiver Selbstmord wegen Corona-Krise – aus Angst vor dem Tod?
Leere Straßen – Deutschland im Pandemie-Modus

 

"Grotesk, überbordend und direkt gefährlich", mit diesen Worten umschreibt der emeritierte Mediziner Professor Bhakdi die in Deutschland verhängten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Auch außerhalb der Medizin regt sich Widerspruch gegen Übertreibungen.

von Arkadi Shtaev

Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi gehört nicht zu dem erlauchten Kreis der Wissenschaftler und Experten, welche in dieser Zeit den Takt angeben dürfen – durch direkten Einfluss auf die politische Führung in Berlin, flankiert von einem immensen Abbau der bürgerlichen Freiheitsrechte. Und das ausgerechnet in den EU- und NATO-Staaten, welche sich noch bis vor Kurzem als liberale und demokratische Speerspitze selbstinszenierten, tagtäglich im Kampf gegen finstere Autokraten und Diktatoren in aller Welt. Trotzdem ist es wichtig, der wachsenden Zahl von kritischen Stimmen im Gegensatz zu den amtlichen Verlautbarungen und Regelwerken, welche dieser Tage auf uns einprasseln, etwas mehr Gehör zu schenken. Die Virologin Prof. Moelling hält die Maßnahmen für völlig überspannt, und die Reihe ließe sich unter Medizinern beliebig fortsetzen. Auch außerhalb der Medizin warnt beispielsweise der Ökonom Straubhaar, dass die öffentliche Meinung kippen werde.

Ob in Deutschland oder wie auf dem Foto im österreichischen Graz: Schutzmasken sind für die Normalbevölkerung nicht mehr erhältlich - außer zu horrenden Summen im Internet, denn Angebot und Nachfrage bestimmen in einer

Welchen schädlichen Einfluss einseitige Expertenmeinungen auf die Politik im Allgemeinen und speziell im Gesundheitswesen haben, wird an dem Aufmacher deutlich, mit welchem die Bertelsmann-Stiftung erst unlängst, im vergangenen Sommer eine "Studie" veröffentlichte: "In Deutschland gibt es zu viele Krankenhäuser. Eine starke Verringerung der Klinikanzahl, von aktuell knapp 1.400 auf deutlich unter 600 Häuser, würde die Qualität der Versorgung für Patienten verbessern und bestehende Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mildern."

Diese zugespitzten Forderungen und "Ratschläge", fernab der Realität und des Alltages in den Krankenhäusern Deutschlands fabriziert, stellen schon seit Langem den Rahmen für eine Politik, in der "Gesundheit" lediglich noch als Ware gehandelt wird und erworben werden darf. Wenn sich Politiker mit der gleichen Ernsthaftigkeit, ja mit der gleichen Leidenschaft oder dem gleichen Fanatismus der Beseitigung dieser schon lange sichtbaren Missstände  gewidmet hätten, wären die jetzigen Verlautbarungen glaubwürdiger. Zumindest angesichts der aktuellen Krise, was die begrenzten Kapazitäten des Gesundheitswesens angeht. Stattdessen werden viele altbekannte Probleme jetzt auf die einfachen Bürger abgewälzt, durch Zerstörung unzähliger wirtschaftlicher Existenzen, neben einer massiven Einschränkung der gewohnten und so oft gepriesenen Freiheiten. Niemand soll sich diesbezüglich der Illusion hingeben, dass die angekündigten finanziellen Maßnahmen zur Überwindung der kommenden Wirtschaftskrise ausreichend sein werden.

Was die aktuelle Berichterstattung angeht, in der die Medienkonsumenten bezüglich der Todesfälle mit immer neuen Horrorzahlen überhäuft werden, so werden diese gemeinhin ohne jede Relation präsentiert. Natürlich sterben Menschen auch an Corona, wie jeden Tag Menschen sterben, allein in den Grenzen der Bundesrepublik täglich über 2.000 im Durchschnitt. In einer Gesellschaft, die die unvermeidliche Realität des Todes, in dessen unausweichlicher Erwartung wir alle leben, gern dermaßen verdrängt hat, kann man schon großen Schrecken auslösen, wenn man von über 90-Jährigen hört, die plötzlich und unerwartet an dem Corona-Virus sterben, als wären sie mitten aus dem Leben gerissen wurden.

Oder man kann auch den Eindruck gewinnen, die Gesellschaft als Ganzes begeht aus Angst vor dem Corona-Tod lieber gleich freiwillig Selbstmord!

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Mehr zum Thema - "Pleitewelle unvorstellbaren Ausmaßes": Klein- und Mittelständler fordern mehr Soforthilfen