44.412 Aufrufevor 3 Tagen
   
44.500 Abonnenten
Alles zum Buch unter: www.fremdbestimmt.com Dieses Buch wird das Geschichtsbild von vielen Deutschen erschüttern und das Ausmaß der Fremdbestimmung offenlegen. Es ist ein Buch gegen die Täuschung und für die Wahrheit. Die Beweise werden dem Leser überprüfbar geliefert. Darunter befinden sich Dokumente und Quellen, die erstmals der deutschen Öffentlichkeit präsentiert werden. Ein Buch, das Augen öffnet und zum Handeln aufruft. Wie das Buch unterdrückt werden sollte: https://www.fremdbestimmt.com/wie-das... Inhalt des Buches: https://www.fremdbestimmt.com/das-inh... Vorwort des Buches: https://www.fremdbestimmt.com/das-vor... Alle Quellen zum Buch: https://www.fremdbestimmt.com/fremdbe...
 
Dieses Buch ist ein Warnruf an alle Europäer!
Kurt Tucholsky schrieb 1931: »Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig.« Immer mehr Menschen fühlen, dass die Zukunft Deutschlands und Europas in Gefahr ist, verstehen jedoch noch nicht die Ursachen. Deshalb muss das ganze Ausmaß von Täuschung und Fremdbestimmung offengelegt werden. Nur so können wir erkennen, was uns heute bedroht, warum gegen den Mehrheitswillen offenkundig regiert wird und was wir dagegen tun können. Thorsten Schulte demaskiert in diesem Buch die Geschichtsschreibung der Sieger, deckt Unwahrheiten, Halbwahrheiten und das Weglassen wichtiger Fakten in unseren Medien auf. Er entlarvt das verzerrte Geschichtsbild, das immer noch zu einem Schuldkomplex der Deutschen mit verheerenden Folgen führt. Erst dadurch wird seine Gefahrenanalyse in diesem Buch für das heutige Deutschland verständlich. Wir müssen unsere Geschichte kennen – und zwar die wahre Geschichte. Die New York Times huldigte dem letzten deutschen Kaiser im Juni 1913 mit der heute undenkbaren Überschrift: „Kaiser, 25 Jahre Herrscher, gefeiert als Friedensstifter“. Den Deutschen wird nachweisbar gezielt vorenthalten, welcher US-Vertreter am 20. November 1922 den späteren deutschen Diktator traf und ihn als »fabelhaften Demagogen« bezeichnete. Der ehemalige US-Präsident Harry S. Truman bemerkte über Deutschland und Russland im Juni 1941: »Lasst sie sich doch gegenseitig so weit wie möglich ausrotten«. Bekam der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt Gelder des US-Geheimdienstes CIA? Wurden Spitzenpolitiker der Grünen im Ausland ausgebildet? Frankreichs Zeitung Le Figaro schrieb 1992 über den Maastrichter Vertrag, der den Weg zum Euro ebnete: »Maastricht, das ist der Versailler Vertrag ohne Krieg«. Wer konnte bei der Euro-Rettung Angela Merkel 2011 womit zum Weinen bringen?  Deutschlands Zukunft ist bedroht, wenn wir nicht handeln. Wir Deutschen müssen unsere Augen jetzt zum Sehen benutzen, damit wir sie nicht später zum Weinen gebrauchen.
Mut zur Wahrheit für unsere Kinder und Enkel!

Indien: Kaschmir wird aufgeteilt und selbsternannte Vertreter Manipurs erklären Unabhängigkeit

Indien: Kaschmir wird aufgeteilt und selbsternannte Vertreter Manipurs erklären Unabhängigkeit
Paramilitärische Soldaten in Srinagar nach Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Regierungstruppen, 29. Oktober 2019, Srinagar, Dschammu und Kaschmir, Indien.

Indien wird den umkämpften Staat Dschammu und Kaschmir am Donnerstag formell in zwei Bundesgebiete aufteilen, um seinen Einfluss auf die unruhige Region zu verstärken.
Im August hatte die Regierung von Premierminister Narendra Modi Kaschmir die Autonomie entzogen und kündigte die Aufteilung des Staates in zwei Gebiete an, die direkt von Neu-Delhi aus regiert werden sollen – auf der einen Seite Dschammu und Kaschmir und auf der anderen Seite die abgelegene buddhistische Enklave Ladakh.

Neu-Delhi sendete zudem Tausende von weiteren Truppen in das Kaschmir-Tal, wo seit Jahrzehnten Separatisten gegen die indische Herrschaft kämpfen. Bereits im August erließ die Regierung strenge Reise- und Ausgangssperren und kappte die Telefon- und Internetkommunikation, die später gelockert wurde, aber bis jetzt einschränkt bleibt.

 

Mehr zum Thema - Informeller Gipfel zwischen Modi und Xi entfaltet sich im Schatten von Kaschmir

Warnung aus Pakistan

Auch Pakistan und China kontrollieren Teile der überwiegend von Muslimen bevölkerten Region. Am Montag warnte der pakistanische Minister für Kaschmir-Angelegenheiten, Ali Amin Gandapur, dass jene Länder, die sich hinsichtlich der umstrittenen Kaschmir-Region auf die Seite Indiens stellen, zum Ziel pakistanischer Raketen werden könnten, und das Land sich nicht scheue, für die Region in den Krieg zu ziehen.

Wenn die Spannungen mit Indien in der Frage von Kaschmir eskalieren, wird Pakistan in einen Krieg gezwungen.

Er bedaure, dass die Welt nichts getan habe, um das Problem zu lösen und drohte jenen, die sich auf die indische Seite stellen.

Wenn eine Rakete [von Pakistan] auf Indien abgefeuert würde, würde die andere an ihren Unterstützer gehen. Sie müssen sich darauf vorbereiten", warnte er laut der pakistanischen Nachrichtenseite The News International.

Am Dienstag waren 30 Abgeordnete des Europäischen Parlaments auf Einladung des indischen Thinktanks "International Institute for Non-Aligned Studies" (IINS) in die unruhige Himalaja-Region gereist. Die EU-Vertretung in Indien betonte, dass die Parlamentarier, unter denen auch die AfD-Vertreter Lars Patrick Berg, Nicolaus Fest und Bernhard Zimniok sowie Europaabgeordnete waren, nicht offiziell entsendet wurden, sondern dort privat unterwegs waren. Das Treffen wurde dennoch in indischen Medien vor entsprechenden EU-Fahnen übertragen. Es fand zwei Tage vor dem angekündigten Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel statt.

Am Dienstag vergangener Woche hatte Pakistan ausländische Diplomaten an die Kontrolllinie gebracht, die Kaschmir trennt, nachdem es dort kurz zuvor am 20. Oktober zehn Tote gegeben hatte. Indien und Pakistan gaben sich gegenseitig die Schuld für die Todesfälle durch Granaten. Die mit Atomwaffen hochgerüsteten Nachbarn Indien und Pakistan haben seit 1947 drei Kriege um das umstrittene Gebiet geführt.

Mehr zum Thema - Pakistans Militär zur Kaschmirkrise: Stehen den Kaschmirern im gerechten Kampf gegen Indien bei

Manipur will als Staat anerkannt werden – so einige Vertreter

Derweil sagten sich selbsternannte Vertreter von Manipur nach Jahren separatistischer Bestrebungen von Indien los und verkündeten dessen Unabhängigkeit.

Der ehemals fürstliche Staat war 1949 nach der Unabhängigkeit Neu-Delhis von Großbritannien ein Teil Indiens geworden, doch führt das Volk laut Al Jazeera einen jahrzehntelangen gewalttätigen separatistischen Feldzug.

Im Exil in London erklärten König Leishemba Sanajaoba, der Ministerpräsident des neu gegründeten Staatsrates Jamben Biren und der Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung Narengbam Samarjit, dass sie im Namen des Maharaja von Manipur sprechen würden, um die Exilregierung – den Manipur-Staatsrat – mit Sitz im Zentrum Londons offiziell zu verkünden.

 

Wenn sie ihren Asylstatus in Großbritannien erhalten haben, "wird die De-facto-Regierung von Manipur nach London verlegt."

Manipur, einer der kleinsten Staaten Indiens mit einer Bevölkerung von etwa 2,8 Millionen Einwohnern und einer Fläche etwas größer als Hessen und kleiner als Mecklenburg-Vorpommern, ist eine der sogenannten "Sieben Schwestern" – eine Gruppe nordöstlicher Unruhestaaten in Indien.

Wir glauben, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die unabhängige Regierung von Manipur vor der internationalen Gemeinschaft zu veröffentlichen und um Anerkennung zu bitten. Wir rufen alle Regierungen der souveränen Staaten der Mitglieder der Vereinten Nationen auf, die De-facto- und die Exilregierung des Manipur von heute an anzuerkennen.

Ihre Versuche, mit der indischen Regierung in Kontakt zu treten, seien mit "Hass und Feindseligkeiten" beantwortet worden, sagten sie.

Die Unabhängigkeit von Manipur in Indien zu erklären, sei ihnen unmöglich gewesen, weil sie mit Verhaftungen, Folterungen und außergerichtlichen Hinrichtungen durch die indische Regierung konfrontiert gewesen wären.

Sie behaupteten, es gebe "mehr als 1.528 Fälle der außergerichtlichen Tötung, die vor dem Obersten Gerichtshof Indiens anhängig seien."

Laut indischen Medien hat der König von Manipur eine Erklärung abgegeben, dass er von der Erklärung der Separatisten nichts gewusst hätte und sie seine Unterschrift unter einem anderen Vorwand erhalten hätten. Er teilte demnach mit, dass er die Unabhängigkeitserklärung und Nutzung seines Namens dafür verurteile.

 

Die Regierung in Neu-Delhi untersucht derweil die Erklärung aus Manipur und kündigte an, dass diese schwere Konsequenzen haben wird.

Mehr zum Thema - Keine Diplomatie im Kaschmirkonflikt: Indischer Außenminister bezeichnet Pakistan als "Terroristan"




 
 
 
 
JPEG - 65.5 kB
Die Zukunft der Levante
von Thierry Meyssan | Damaskus (Syrien)

Wir können nicht umhin, Thierry Meyssans Leitartikel in al-Watan, der ersten syrischen Tageszeitung, zu veröffentlichen. Darin beschreibt er das Abkommen zwischen den USA und Russland für die Levante.

Seit einem Jahrhundert haben das Vereinigte Königreich und dann die Vereinigten Staaten nacheinander alle Staaten und Glaubensgemeinschaften im Nahen Osten hofiert. Sie haben konfessionelle Konflikte geschürt, um sich nach dem alten Prinzip "divide et impera" [teile und herrsche] unentbehrlich zu machen.

Präsident Trump wurde vor drei Jahren mit dem Projekt gewählt, das US-Imperium zu beenden und die Truppen seines Landes in den Dienst seiner Mitbürger zu stellen. Laut der Analyse seines kurzwährenden Sicherheitsberaters, General Michael Flynn, bedeutet der Abzug der Truppen aus dem Erweiterten Nahen Osten und zugleich auch dort die Stiftung von Frieden, den Konfessions-Konflikten ein Ende zu setzen und damit vor allem den sektiererischen Staaten. Mit anderen Worten, Saudi-Arabien muss ent-wahhabisiert werden, Israel entjudaisiert, der Iran entschiisiert und Gaza entsunnisiert, und dann müssen die konfessionellen Verfassungen des Libanon und von Irak geändert werden.

Das ist genau das, was wir heute erleben.

Prinz Mohamad bin Salman und König Salman selbst, obwohl sie ihre Legitimität von der wahhabitischen Bruderschaft ableiten, drängen sie in ihrem Land immer weiter zurück.

Avigdor Lieberman, Präsident der russischsprachigen Israel-Partei Beitenu, hat die Regierung von Benjamin Netanjahu zu Fall gebracht und fordert seit einem Jahr eine Regierung ohne religiöse Parteien. Zwei Parlamentswahlen später, könnte General Benny Gantz eine säkulare Regierung der nationalen Einheit bilden, einschließlich Lieberman und Netanjahu, aber ohne die religiösen Parteien. Andernfalls muss eine dritte Parlamentswahl stattfinden.

Der Iran hat die wichtigsten Mitarbeiter des ehemaligen säkularen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad inhaftiert. Das Land steht unter finanziellem Druck der Vereinigten Staaten und unter militärischem Druck durch Israel. Irgendwann wird es für den Iran besser sein, sein eigenes Regierungssystem zu ändern und zu einer nationalistischen Politik zurückzukehren.

Wenn auch eine Hälfte der palästinensischen Gebiete säkular ist, wird die andere Hälfte von der Hamas regiert. Aber der Staat Palästina existiert nur, weil der Rest Palästinas ein jüdischer Staat ist. Wenn Benjamin Netanjahu sich bereit erklärte, ein einfacher Minister zu sein, würde er bald von der Justiz seines Landes zur Rechenschaft gezogen werden. Sein Sturz wäre nicht der des Likud, sondern der der wenigen Anhänger des vom Nil bis zum Euphrat erobernden Groß-Israels.

Im Libanon ist es trotz massiver Proteste unmöglich, die konfessionelle Verfassung zu reformieren, die das Land seit einem Dreivierteljahrhundert und einem Bürgerkrieg heimsucht. Tatsächlich kann eine konstituierende Kommission nur durch die Achtung der konfessionellen Gleichgewichte gebildet werden und wird die konfessionellen Gleichgewichte daher nicht abschaffen können. Und wenn eine verfassunggebende Versammlung gewählt würde, würden die konfessionellen Parteien die Wähler erneut kaufen, um sich zu behaupten. Die einzige Lösung ist die Schaffung einer säkularen Militärregierung, die die Verfassung selbst reformiert, bevor sie sich zugunsten gewählter Zivilisten zurückzieht.

Im Irak ist die Situation die gleiche, wenn auch weniger karikaturistisch. Wie im Libanon werden die Proteste nun von der schiitischen Mehrheit getragen. Trotz der offensichtlichen Widersprüche ist Moqtada el-Sadr eher ein Nationalist, als ein Schiit. Genau wie im Libanon ist Sayyed Hassan Nasrallah zunächst ein Nationalist, bevor er Schiit ist. Er hat übrigens immer gesagt, dass die Hisbollah aufhören würde, in ihrer jetzigen Form zu existieren, wenn Israel kein jüdischer Staat mehr wäre.

Dieses Projekt des Weißen Hauses trifft auf das der Russischen Föderation, die schon immer die Christen geschützt hat, aber immer gegen konfessionelle Staaten war.


 

 

 

endlich mal etwas aus russland...

Das syrische Paradoxon: Kooperation ohne Absprache

Das syrische Paradoxon: Kooperation ohne Absprache
Von der Türkei unterstützte syrische Rebellen und türkische Soldaten auf einem Gebäude in der Grenzstadt Ras al Ain, Syrien, am 23. Oktober 2019.

von Fjodor Lukjanow 

Wenden wir einen gänzlich verbotenen Kniff an: Lassen Sie uns alle bisherigen Erklärungen, politischen Kampagnen, Persönlichkeiten und politischen Bonitäten der am syrischen Konflikt Beteiligten einmal ausklammern! Dann können wir unter "sterilen" Bedingungen schauen, wie die Handlungen der Hauptakteure dort sich gegenseitig bedingen und inwiefern sie sogar gemeinsame Handlungen genannt werden können.

Die Vereinigten Staaten beschlossen, im Rahmen der Verwirklichung des seit langem erklärten Ziels des Weißen Hauses (Trump: "aus lächerlichen und sinnlosen Kriegen auszusteigen") ihre Präsenz in Syrien einzustellen, weil sie ihre selbsterklärte Mission dort (Niederstreckung des terroristischen Pseudostaates IS) für erfüllt halten. Dieser Truppenabzug gefährdet seinerseits die kurdischen Milizen, die den US-Amerikanern bei der Durchführung der Mission halfen — aber letztlich doch nur "Lebensabschnittsverbündete" waren. Ein langfristiger Partner der USA in dieser Region ist die Türkei: Ihre Beziehungen mit den USA sind zwar kompliziert, aber dafür bestehen langjährige Verbindungen im Rahmen der NATO.

Doch auch die Türkei hat ihre eigenen Sicherheitsinteressen. Von diesen ausgehend verfolgt man das Ziel, den Einfluss kurdischer Formationen entlang der türkischen Grenzen zu schwächen — und Washington kam hier dem alten Verbündeten Ankara entgegen. Gleichzeitig bemühte man sich (Besuch von Vizepräsident Pence), dass auch der frisch verlassene kurdische "Lebensabschnittsverbündete" seinen Schaden zumindest minimieren konnte.

Russland ist im Moment der wichtigste in Syrien tätige überregionale Akteur — dies wird von allen anerkannt. In Syrien kann man nichts Ernstes unternehmen, ohne zuvor Verständnis mit Russland hergestellt zu haben. So erkennt dies auch die Türkei — eine militärische Operation in Syrien ist für sie nur möglich, soweit dabei kein Zusammenstoß mit den syrischen Regierungstruppen und Moskaus Truppen, die diese unterstützen, droht. Auch die Vereinigten Staaten unter Trump sind sich dessen bewusst: Es ist notwendig, dass syrische und russische Einheiten die Kontrolle über die freiwerdende Infrastruktur übernehmen können — damit der Geist des Krieges nicht aus der Flasche kommt und bisher erfolgreich unterdrückte Radikalislamisten sich eventuell wieder in der Region verbreiten.

Es gibt Kommunikation zwischen US-amerikanischen und russischen Militärvertretern und den politischen Vertretern der Türkei und Russlands. Ein bestimmter Algorithmus wird derzeit entwickelt. Er ist höchstwahrscheinlich nicht im Detail vereinbart, sondern spiegelt die allgemeinen Handlungsmuster wider. Dadurch wird eine direkte Interaktion vermieden, aber es werden gegenseitig akzeptable "rote Linien" aufgezeigt, die man jeweils nicht übertreten sollte.

So schafft man es letztendlich, dem Frontalzusammenstoß der Interessen aus dem Weg zu gehen. Die Türkei erhält das stillschweigende "ja" der beiden Supermächte für die Einrichtung ihrer Sicherheitszone, obwohl sie streng genommen völkerrechtswidrig ist. Die USA ziehen sich aus dieser Spielrunde zurück, weil sie sie als unwichtig erachten — und können dabei ihr Gesicht (wenigstens teilweise) wahren. Damaskus erweitert seinen Zuständigkeitsbereich um ein beträchtliches Segment des von ihm zuvor jahrelang nicht kontrollierten Territoriums. Die Kurden verhandeln über die Bedingungen der Koexistenz mit der Assad-Regierung und erkennen sie de facto an — im Gegenzug für militärischen Schutz. Russland bekräftigt seine Rolle als wichtigster Moderator und Garant und erweitert auch seine militärischen Optionen. Es werden die Voraussetzungen für den nächsten Versuch geschaffen, ein neues Syrien zu gestalten.

Kramp-Karrenbauer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Oktober 2019

Dies war das ideale Bild, das entsteht, wenn wir davon ausgehen, dass alle rational und umsichtig handeln. Und jetzt lösen wir die Klammern auf und holen das, was wir ausgeklammert hatten, wieder zurück.

Erstens gibt es keine Einigung im Sinne des Wortes — sie entsteht vielmehr post factum. Die Position der Vereinigten Staaten ist äußerst widersprüchlich, da Trumps Entscheidung, sich aus Syrien zurückzuziehen, von einem bedeutenden Teil seiner politischen Gemeinschaft abgelehnt wird. Diese Ablehnung schlug sowohl in seiner Wählerbasis ein (die Weigerung, die Kurden zu unterstützen, verursachte Unzufriedenheit unter den christlichen Fundamentalisten, einer der Säulen des Trumpismus) als auch allgemein ins Image der USA — und das Weiße Haus begann, sich hin- und herzuwinden. Für Trump ist eine ruckhafte Vorgehensweise typisch, und das sieht man am Beispiel der Türkei: Die Tiefe der US-türkischen Zusammenarbeit ist nicht klar — erst erhält die Türkei grünes Licht, um sich mitten im Beschleunigen an der roten Ampel wiederzufinden. In diese Beziehung spielen Emotionen und angestauter Groll mit ein, was der Umsicht nicht gerade förderlich ist.

Die Situation zwischen Putin und Erdoğan ist einfacher, die Erfahrung hinsichtlich Entschärfens plötzlicher Krisenfälle ist reicher, aber es gibt auch Spannungen: Die Türkei dringt in das Hoheitsgebiet Syriens ein, was heute vielleicht das kleinere Übel ist, aber den russischen Grundprinzipien widerspricht. Überhaupt ist das Risiko groß, dass die Kampfhandlungen außer Kontrolle geraten und weitere Gebiete erfassen.

Es gibt eine sehr zurückhaltende Position seitens des Iran, dem der Einfall der Türkei in Syrien ganz und gar nicht behagt — wird davon doch der ohnehin schon zerbrechliche Status quo untergraben.

Die Kurden fühlen sich von lauter Feinden umzingelt (was sie allerdings schon gewohnt sind) und könnten völlig unberechenbar werden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der russische Präsident Wladimir Putin, Sotschi, Russland, 22. Oktober 2019.

Im Allgemeinen ist die Lage ambivalent:

Auf der einen Seite stehen die aktuellen Geschehnisse nicht im Widerspruch zur Logik und können unter Umständen sogar günstigere Bedingungen für einen Friedensprozess schaffen: Es sei darauf hingewiesen, dass das Zusammenspiel der Hauptakteure (Türkei, USA, Russland) nicht auf gegenseitigem Vertrauen und Zusammenfall von Interessenkollisionen beruht (weil beides schlicht fehlt), sondern auf einem rationalen Verständnis, dass die Interessen eines jeden nicht verfolgt werden können, ohne Kontakt zu den jeweils anderen Beiden aufrechtzuerhalten.

Auf der anderen Seite wächst die emotionale und propagandistische Spannung, die alle vernünftigen oder zumindest begründeten Absichten zu ihrer Geisel machen kann. Der öffentliche Diskurs stellt Erdoğan, Trump und sogar Putin unter Druck. Es ist kein Zufall, dass im Westen ein Chor der Kommentare erklang, der Russland zum Hauptsieger des syrischen Konflikts macht, von dem alles Weitere abhänge und der alle um den Finger wickle. Trump und andere werden provoziert, die Westmedien versuchen, einen offenen oder unbewussten Wunsch zu wecken, das triumphierende Moskau "einzuholen" und im Idealfall in seine Schranken zu setzen.

Die Einsätze in Syrien sind wieder sehr hoch, und es geht vor allem um starke Nerven und kalte, sehr kalte Kalkulation.

Übersetzt aus dem Russischen. Original erschienen in der Rossijskaja Gaseta am 22.10.2019, Föderalausgabe 238 (7996).

Fjodor Lukjanow ist forschender Professor an der Wissenschafts- und Forschungseinrichtung "Hochschule der Wirtschaft".