damanhur

es war eine gute erfahrung, die woche workcamp in damanhur. es ist die interessanteste gemeinschaft, die ich bisher besucht habe. mit ihrer esoterik, der spirituellen physik kann ich nicht viel anfangen. ich interessiere mich eher für mystikerInnen. sie sind eher magier. aber das ist mehr eine persönliche vorliebe. mir gefiel vorallem die offene, herzliche  atmosphäre in damanhur. und dass sie so konkret sind. sie leben das was sie predigen. sie setzen grosse projekte um. der tempel ist eine meisterleistung!

damanhur ist mit 600 bürgern und 400 asossiierten, die grösste gemeinschaft in europa. was mir sehr gefällt an damanhur ist der focus auf der vielfalt. sie leben in vielen kleinen gemeinschaften von 10-20 menschen und jedens nucleo hat sein eigenes projekt. natürlich müsste man länger dort leben, um hinter die kulissen zu sehen. wie funktionieren ihre entscheidungsstrukturen? wie leben sie ihre beziehungen? wie lösen sie ihre konflikte? wie gehen sie mit iher macht um? aber vielleicht kennt jemand von euch damanhur noch besser und schreibt etwas?

markus rüegg                                                          september, 2007





  • leserbrief von peter
  • Die Projektlandschaft Damanhur-Valdichy-Iomea und andere
  • 7 interessante artikel aus kurskontakte





Lieber Markus,
die 7 Artikel über Damanhur (meiner aus W+G war nicht dabei), andererseits die Frage, warum kneifen so viele Gemeinschaftsinteressierte, wenns ernst wird, haben mich inspiriert. Ich kenne reichlich 15 Gemeinschaften in den verschiedensten Ländern Europas näher. Seit über 20 Jahren interessiert mich das Thema Leben in Gemeinschaft. Wenn ich eine Gemeinschaft näher kennen lernen will, besuche ich nicht gleich ihre Seminare (Worte kann man gut kneten), sondern arbeite mit. Nach spätestens 10 Tagen weiß ich, wo die Schwachstellen sind, es ist immer das gleiche: Unreife und Ungeduld. Das Ego der Altgedienten in dieser Gemeinschaft, ihre Zukunftsangst, ihre innere Trägheit. Was meine ich damit? Mehr haben wollen als man gibt, mehr darstellen wollen als man ist. Nicht dienen, sondern herrschen wollen, egal was auf den Etiketten steht. Ein zweites Signalsystem wurde geschaffen und funktioniert. Sie  haben sich nicht  weit von dem (Un-)wesen und der Unmoral unserer Gesellschaft entfernt.
Wenn ich eine Gemeinschaft mit gründe, ist es noch anders: Ich weiß nicht, wer von meinen Mitgemeinschaftlern sich wie entpuppen wird und wer nach mir kommt und was wer wie ändern wird mit anderen unvorhersehbaren Mehrheiten, in Abkehr  von den Gründungsabsichten. Schnellreifungen in Gemeinschaft habe ich bei erneuten Besuchen nach mehreren Jahren nicht so wahrnehmen können, wie erwartet. Für mich hat sich das Streben nach Gemeinschaft damit nicht erledigt, aber ich glaube nicht mehr dran, dass es etwas wird vor dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. Das kann noch 7-10 Jahre dauern.
Auch bei einer so großen Gemeinschaft wie Damanhur würde ich mich erst mal mindestens ein Jahr einmieten, bevor ich verbindliche Entscheidungen treffe. Anstelle Gemeinschafter zu werden habe ich  geheiratet und ein Kind in die Welt gesetzt. Meine lokale Artabana-Gruppe, bei der ich zu den letzten 3 Aktiven gehöre, muss ich auflösen, da viele ehemalige Mitstreiter leise verschwunden sind: Keine Visionen, mehr haben wollen als man gibt, sich nicht anstrengen oder gar selber anschauen wollen, Passivität, Trägheit, sich nicht ändern wollen. Ich schließe mich einer größeren Münchner Gruppe an. Artabana-Gruppen leben nicht zusammen, aber es scheint mir, dass die Gründe ähnlich sind...
Herzlich, Peter


hier der text von peter

Die Projektlandschaft Damanhur-Valdichy-Iomea und andere


Die Föderation Damanhur wurde 1975 an den Ausläufern der norditalienischen Alpen im Valchiusella-Tal (50 km nordöstlich von Turin) gegründet und ist heute die größte spirituell orientierte Lebens-, Arbeits- und Wohngemeinschaft Europas sowie ein international bekanntes und anerkanntes Zentrum spiritueller und sozialer Forschung. Damanhur ist eine sehr dynamische Ökogesellschaft, eine Föderation von Gemeinschaften und Ökodörfern, um die sich jetzt auch kleinere und weniger verbindliche Gemeinschaften, Unternehmen, Familien und Einzelpersonen ansiedeln. Es erscheint mir als ein waghalsiges Unternehmen, in einem Artikel eine so divers strukturierte Projektlandschaft vorzustellen. Aber da es bisher nur wenig Literatur über Damanhur gibt, wage ich den Versuch. Dem Leser werden mit Sicherheit mehr Fragen auftauchen, als ich klären kann. Damanhur scheint mir unbedingt einen längeren Besuch wert.


Momentaner Stand

Damanhur ist eine Föderation von Gemeinschaften mit etwa 1000 Personen, ca 600 leben ständig dort. D. hat eine soziale und politische Struktur, eine Verfassung, 60 Wirtschaftsunternehmen, ein komplementäres Währungssystem, interne Schulen und eine Tageszeitung. Sie haben 80 Kinder (relativ wenig). Die Bewohner verteilen sich auf gut überschaubare kleine Zentren (Nukleos) in 44 administrativen Gemeinden, jede mit bis zu 20 Personen.


Aufbau und Organisation


Damanhur beruht auf Unterschiedlichkeit und Wandel. Ständige und harmonische Transformation wird in allen Aspekten des Gemeinschaftslebens angewandt.


Soziales und Politik


Das Valchiusella-Tal, wo die Föderation ihre Hauptwohnsitze hat, ist ein geschwächtes aber ökologisch sauberes Gebiet. Damanhur entwickelt wieder altes Gewerbe und Handwerk und trägt auch damit zur Wiederbelebung des Tals bei. Mit viel Energie wurde ein ausgewogenes Konzept einer nachhaltigen Entwicklung für das ganze Tal mit dem Ziel entworfen, ihre Erfahrungen in den Dienst der Gesellschaft zu stellen.

Damanhur hat beispielhaft neue Gesellschaftsformen gegründet, um im Kleinen wie im Großen bis hinauf in die planetare Ebene zur sozialen, ökonomischen und kulturellen Balance beizutragen.

Engagement in der politischen Arena wird auf lokalem und nationalem Niveau groß geschrieben: 21 Damanhurianer arbeiten bereits als Räte in den administrativen Gemeinden des Tals. Einer davon wurde zum Bürgermeister von Vidracco gewählt.

Damanhurianische Bürger haben eine eigene unabhängige politische Bewegung geschaffen: Aus dem Con Te per il Paese-Manifest: „Spirituell zu wachsen bedeutet, Verantwortung für die Umgebung und das Wachstum der Gesellschaft im Großen und Ganzen zu übernehmen. Es ist nicht genug, eine Stunde am Tag zu meditieren, es ist notwendig, hart zu arbeiten und die spirituellen Errungenschaften durch konkrete Aktionen umzusetzen.

Auf nationaler Ebene gehört Damanhur zu den Gründungsmitgliedern des CONACREIS, dem Koordinierungsorgan für alle Vereine, die sich der ethischen und spirituellen Forschung widmen (vom italienischen Statt als Sozialfördervereine anerkannt). 120 Damanhurianer sind Freiwillige im Katastrophenschutz, 100 im Roten Kreuz und 20 bei der Seniorenbetreuung aktiv.


Das spirituelle Volk


Durch die Schaffung einer gemeinsamen Tradition, Kultur, Geschichte und Ethik entsteht ab einer gewissen Größe und nach einer gewissen Zeit ein Volk. Im momentanen kulturellen Kontext unserer Gesellschaft will Damanhur mit der Schaffung einer neuen Gruppe von Menschen ein Zeichen setzen, die über einen eigenen künstlerischen, philosophischen und kulturellen Ausdruck verfügen. Die Damanhurianer schätzen die Unterschiede zwischen den einzelnen Individuen. Das Volk von Damanhur beruht auf tiefen spirituellen Entscheidungen und Werten wie Miteinanderteilen, Solidarität, einer positiven Grundhaltung und einem aktiven Engagement (und damit ganz klar nicht auf Blutsverwandtschaft). Das menschliche Bewusstsein auf unserem Planeten soll wiedererweckt werden. Ich habe neben Italienern Vertreter vieler europäischer und außereuropäischer Nationen getroffen. Menschen, die sich mit diesen Prinzipien identifizieren und sie praktisch wie ideell unterstützen wollen, können dem spirituellen Volk beitreten.


Die Verfassung von Damanhur


Damanhur ist auch als eine philosophische Schule zu verstehen, die sich in drei Aspekten ausdrückt: Der Meditation, dem Spiel des Lebens und dem Sozialwesen. Ziele sind Freiheit und das Wiedererwachen des Menschen als göttliches, spirituelles und materielles Prinzip, die Schaffung eines sich selbst erhaltenden Lebensmodells, das auf gütlichem Zusammenleben und der Liebe beruht sowie der harmonischen Integration und der Zusammenarbeit mit allen Kräften, die mit der Evolution der Menschheit verbunden sind. Die Arbeit hat einen spirituellen Wert und wird als ein „sich den Anderen geben“ verstanden. Der Bürger offeriert einen Teil der eigenen Arbeit für Tätigkeiten von allgemeinem Interesse. Jede Tätigkeit ist gleichermaßen wertvoll und würdevoll. Verantwortungsträger führen ihre Aufgaben in einem Geist des Dienens aus, ohne nach Vorteilen für sich oder andere zu streben. Nur die in den Gemeinschaften ansässigen Bürger können für soziale Aufgaben nominiert und gewählt werden. Ökologie, Forschung und Spiritualität inspirieren die Beziehungen mit der Umgebung und die Anwendung der geeigneten Technologien, die für die Verbesserung der Lebensqualität nützlich sind. Die Verfassung ist das Fundament, das den Sozialkörper regelt, der von den Bürgern von Damanhur gebildet wird. Zur Erlangung der Bürgerschaft gibt es verschiedene Modalitäten, die den getroffenen Entscheidungen und dem Engagement des Einzelnen Rechnung tragen. Die Gemeinschaften bilden die Form des Zusammenschlusses und des Zusammenlebens. Sie werden von Solidarität und gemeinsamem Teilen inspiriert. Die Gemeinschaften organisieren sich in der Föderation.


Philosophie

Optimismus ist das A und O. Das Verständnis darüber, wer wir wirklich sind, gründet auf dynamischen Aspekten: Einer harmonischen und kontinuierlichen inneren Wandlung, dem Überwinden persönlicher Grenzen, der Fähigkeit, uns durch praktisches Tun zu messen, dem Respekt für alle Lebensformen. Alles ändert sich. Mit jedem Schritt kann sich der Weg ändern und man kann neue Horizonte entdecken, die noch vor Kurzem unvorstellbar waren. Damanhur ist eine Gesellschaft in ständiger Entwicklung und Transformation. Bescheidenheit, die Fähigkeit der Selbstbeherrschung, Ausdauer und die Fähigkeit sich zu wundern sind unverzichtbar für die Realisierung der Forschungsprojekte. Forschung auf allen Gebieten wird als sehr wichtig angesehen und Damanhurianer sind ständig am Studieren.

Alle Damanhurianer können sich an den sogenannten „Wegen“ beteiligen, die die Idee der alten Gilden wieder wachrufen, so z. B. den Weg der Gesundheit, den Weg des Wortes, den Weg des Orakels, den Weg der Arbeit, den Weg der Mönche, den Weg der Integrierten Künste und Technologien und den Weg der Ritter.


Gesundheit und Medizin

Seit Anbeginn spielt Gesundheit eine wichtige Rolle. Heute sind Naturmedizin und spirituelle Medizin die Fachgebiete, mit denen die Föderation von Damanhur bekannt geworden ist. Damanhur hat einen ausgedehnten internen Gesundheitsservice mit Ärzten, Therapeuten, Psychologen und Schwestern. Die Aufmerksamkeit wird auf die Bedürfnisse der Gesamtperson als Einheit von Verstand, Körper und Geist gerichtet, nicht auf die Krankheit. Da Prävention die beste Therapie ist, werden z. B. Pranatherapie und Farbtherapie intensiv angewendet. Ein integratives System nutzt Naturmedizin zur Heilung, die bei Bedarf sinnvoll mit den besten Methoden und Techniken der zeitgenössischen Medizin kombiniert wird. Der Arzt hat eine umfangreiche Ausbildung, die viele Gebiete enthält, z. B. Homöopathie, Homotoxikologie, traditionelle chinesische Medizin, Hypnose und Entspannungstechniken. Auch Chirologie, Pulsologie, Geburtskonstellationen, schamanistische Visionen, astrologische Veranlagungen, Radiästhesie und mediale Durchgaben werden angewandt. Nichts wird ausgeschlossen, jedes Element wird genutzt, um ein so breites Band wie nur irgend möglich zu erhalten. Dieses „Jedes Element wird genutzt“ scheint mir in allen Bereichen von Damanhur angewendet zu werden. Allerdings habe ich bei einem Abend, wo es um Krebstherapie ging, die Hamersche Neue Medizin noch vermisst.


Schule

Damanhurianische Kinder können eine Kindertagesstätte, eine Grundschule und eine Mittelschule bis zum 13. Lebensjahr besuchen. Musik, Theater, Informatik und Fremdsprachen werden ergänzend zum staatlichen italienischen Lehrplan angeboten. Die Lehrmethoden kombinieren traditionelle Schulidee mit häufigem Reisen, um die Lerninhalte aus erster Hand kennen zu lernen. Die Schule hat momentan 70 Schüler verschiedener Nationalitäten und aller Jahrgänge. Im Laufe der Jahre hat auch das damanhurianische Schulwesen mit verschiedenen Lösungsansätzen experimentiert, um eine ganzheitliche Ausbildung zu ermöglichen, die Unterschiedlichkeit wertschätzt und zu spiritueller Entwicklung ermutigt. Es gibt seitens der Lehrer und Eltern noch bisher nicht erfüllte Träume in Bezug auf neue und innovative Schule.


Ökologisches Bauen

Das ist nach damanhurianischer Ansicht hauptsächlich eine Denkweise. Ökologisch zu denken heißt demnach sorgsam auf jedes Detail zu achten und die geeignetsten Materialien zu verwenden. Ökologisches Bauen hat in Damanhur mit dem Energiesparen begonnen und wird deshalb mit dem Begriff „bioklimatisches Bauen“ umschrieben. Damanhurianische Architekten haben schon vorhandene Häuser analysiert, damit die neu zu bauenden Häuser in die örtliche Umgebung passen. Viele Materialien wurden von vorherigen Gebäuden übernommen. Auch neue Materialien ökologischen Ursprungs wie Lehm, Holz und Naturleim werden verwendet. Wo möglich, wird aktiv wie passiv Energie gespart: Passiv mit Wärmedämmung (der Winter entspricht im Valchiusella nicht ganz unseren Vorstellungen vom warmen Italien) und aktiv mit Solar- und Fotovoltaik-Anlagen. Neben den ästhetischen Gesichtspunkten sind die Häuser gesund und sorgsam in ihre natürliche Umgebung eingebettet.


Nachhaltigkeit

Damanhur hat in Kooperation mit der Turiner Universität mit einem umfangreichen Aufforstungsprogramm begonnen. Große Bedeutung hat die Selbstversorgung mit Energie. Derzeit wird 50 % der Warmwasserversorgung durch Solarzellen gewährleistet, 25 % des Strombedarfes mit Fotovoltaik-Anlagen und 90 % des Wärmebedarfes mit Holzöfen, die vom damanhurianischen Waldmanagement mit Holz beliefert werden.

35 % der damanhurianischen Autos fahren mit Biodiesel, 40 % mit Erdgas oder LPG.

Organischer Landbau und Lebensmittel sind vorrangige Ziele. Ein Eigenversorgungsgrad von ca. 50 % wurde 2003 erreicht. Die Föderation produziert ihre eigenen Lebensmittel und Wein und hat das erste und einzige kooperative Verteilzentrum im Valchiusella von kontrollierten organischen Produkten eröffnet, das auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Die Produkte werden vom damanhurianischen Forschungslabor getestet, um vor genmanipulierten Warenbestandteilen sicher zu sein. Diese Arbeit geht Hand in Hand mit dem Engagement für Biodiversität. Damanhur verfügt inzwischen über eine eigene Saatgutbank.

Bürger der Damanhurianischen Föderation betreiben über 60 Unternehmen. Die meisten sind als Kooperativen organisiert und in einem Konsortium zusammengeschlossen, die sich der Produktqualität sowie die Anwendung ethischer und ökologischer Prinzipien in der Herstellung verschrieben haben. Die wirtschaftlichen Aktivitäten beinhalten u.a. Ökoarchitektur, Ökobau, medizinische Forschung, einen Verlag, Computer- und Internetberatung, Glaskunst, Restaurationswerkstätten, Ökotourismus und Restaurants.


Erneuerbare Energien


Damanhur ist eine praktische Gemeinschaft, die Projekte zum Laufen bringt. Deshalb werden Technologien erforscht, die im täglichen Leben angewendet werden können. Alle Projekte und technologischen Anwendungen wurden erst von Einzelnen, Gruppen und Gemeinschaften getestet, bevor Resultate in die gesamte Föderation hineingetragen wurden. Dadurch ist es gelungen, wichtige Ziele in der Entwicklung erneuerbarer Energiesysteme zu erreichen und die Wirkung von ungeeigneten Anwendungen frühzeitig zu beschränken. In 90 Wohnungen nutzen Holzheizöfen ein System, das durch Verbrennungsregulation ca. 90% der produzierten Wärme nutzen kann. Eigene Techniker haben durch sorgsame Wärmeisolierung der Häuser die Notwendigkeit einer zusätzlichen Heizung um 75 % reduziert – im Vergleich zum italienischen Durchschnittshaushalt. Mit der Unterstützung regionaler und europäischer Fördermittel wurden Fotovoltaikanlagen installiert, die 100 kW produzieren (decken den Jahresverbrauch von 130 Personen). Neuste Projekte nutzen 100-kW-Methan-Kogenerationssysteme. Das sind elektronisch kontrollierte Öfen zur Verbrennung von Holzbriketts, die Wasserstoff zur Kogeneration anwenden.


Der Gründer


Damanhur ist aus der Vorstellung heraus entstanden, dass die Menschen unabhängig von äußeren Kräften ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können. Das war die Vision von

Oberto Airaudi (geb. 1950), als er mit einer Gruppe befreundeter Forscher den Grundstein für Damanhur legte. Heute benutzt er gemäß dem Brauch der meisten Damanhurianer, sich mit Tiernamen anzusprechen, auch den Namen Falco. Er beansprucht als Gründer keine besondere Rolle und ist eher zurückhaltend und bekleidet keine Entscheidungsposition innerhalb der politischen und sozialen Strukturen, steht aber jederzeit zur Verfügung, um mit den gewählten Entscheidungsträgern zu kooperieren. Falco ist aktiv auf den Gebieten von Therapie, Kunst und neuen Wissenschaften. Bei mehreren Veranstaltungen, die er bestritten hat, machte er mir eher den Eindruck eines sehr sachkundigen hellwachen Mönchs, der sehr gern ein Späßchen macht.


Geld


Natürlich gilt der Euro. Ich habe aus Bequemlichkeit meistens damit bezahlt. Aber die Föderation fördert eine Ökonomie, die auf Kooperation und Solidarität beruht. Zur Verwendung eines Tauschmittels, das nur Wachstum und Entwicklung gewidmet ist, hat Damanhur sein eigenes komplementäres Währungssystem geschaffen – den Credito. Er ist ein funktionales Instrument, um den Austausch in gegenseitigem Einvernehmen zu erleichtern und steht 1:1 zum Euro. Die kleinen Münzen werden in derselben Münze geprägt, wo auch der italienische Euro herkommt. Käufe und Verkäufe in Credito stehen in voller Übereinstimmung mit den italienischen Gesetzen und dem Finanzamt. Man kann bei Ankunft die Währung im Welcome Office und sonst überall in Geldwechselautomaten auf dem Territorium eintauschen. Nicht verbrauchte Credito kann man problemlos zurücktauschen. Ich wurde an der Kasse im Supermarkt immer gefragt „Euro oder Credito?“ Ich habe auch einen offiziellen Bankomat für Euroabhebungen auf dem Territorium entdeckt.


Meditation bedeutet in Damanhur mehr als eine Technik zur Erlangung gewisser Fähigkeiten. Es ist eine Art der Lebensführung nach spirituellen Prinzipien.


Wie geht es weiter?


Damanhur hat wie andere schnell wachsende spirituelle Gemeinschaften auch sowohl deutliche wie auch kontinuierliche Veränderungen durchgemacht. Der jetzige Zustand ist kein Endzustand. Was für Änderungen die Zukunft bringen wird, kann kein Damanhurianer voraussagen.


Der Tempel der Menschheit


Dort wo sich 4 planetare Synchronlinien kreuzen, wurde ein großer und strukturierter Tempel in den Berg gehauen, the temple of humankind (der Tempel der Menschheit). Der Tempel ist reich verziert mit Mosaiken, Statuen und der größten Tiffanyglaskuppel der Erde (100 m²) und ist wie ein dreidimensionales Buch, das die Geschichte und die Jahrtausende alten Mythen der Menschheit erzählt. Der Tempelbesuch ist eine Initiationsreise. Das Durchwandern seiner Säle und Korridore gleicht dem Eintauchen in eigene Tiefen, eine kurze spirituelle Pilgerreise, die an keine Glaubensform gebunden ist.

Hinter dem Eingang führt ein Labyrinth von Durchgängen zu sieben großen Sälen, die eine Fläche von 4000 m² ausmachen und in 5 verschiedenen Etagen gebaut sind.

Vor über 20 Jahren fing man im Geheimen mit der gewaltigen Maulwurfsarbeit an, 1992 wurde er entdeckt. 6000 m³ wurden bisher in 16 Jahren ausgegraben. Der bisherige Tempel hat erst 10 Prozent der Größe, die geplant ist. Auf der Erde gibt es nur noch eine weitere Stelle, an der sich 4 Synchronlinien kreuzen. Das ist in Tibet. Damanhur ist mit diesem Tempel im Guinessbuch der Rekorde verzeichnet.


Zugangsmöglichkeiten / Seminare


Aufgrund der filigranen Struktur und der Dynamik ist es schwer zu sagen, „was“ und „wie“ Damanhur für jeden Einzelnen letztendlich ist. Um Interessenten die Wege zu ebnen, wurden die „Primi Passi“ (erste Schritte) eingerichtet, eine 2 wöchige Kennenlernveranstaltung, die aus einem Mix von Seminaren, Praxis und Betriebsbesuchen besteht, in denen man mit den Teilnehmern in einem von der Gemeinschaft gestellten Haus wie in einem damanhurianischen Nucleo lebt. Die Primi Passi werden in Italienisch, Englisch und Deutsch durchgeführt. Personen, die sich für ein Leben in der Gemeinschaft interessieren, dient das Programm als Entscheidungsgrundlage für die unterschiedlichen Möglichkeiten wohnhafter und nicht-wohnhafter Bürgerschaftsoptionen. Die Elemente zur Meditationsschule beinhalten u. a. auch eine Einführung in den spirituellen Weg von Damanhur. Die Aspekte zum Spiel des Lebens können unerwartete Situationen beinhalten, um den Teilnehmern die Bedeutung von Spontanität und Anpassungsfähigkeit an neue Situationen zu vermitteln. Die Teilnehmer haben regelmäßige Treffen mit Mentoren.

Es gibt auch ein reichhaltiges allgemeines Seminarprogramm, das mit der Organisations- und Lebensweise von Damanhur nichts weiter zu tun hat.


Persönliche Eindrücke


Sie haben vor ein paar Jahren die Olivetti-Fabrik in Vidracco gekauft und Werkstattgeschäfte, Labors, eine Bar, Künstler-Ateliers, einen Supermarkt, eine Ausstellung und einen Kongresssaal darin eingerichtet. Die Bar ist ein beliebter Treffpunkt und lag nach meinem Empfinden unter dem italienischen Preisniveau, unter dem Qualitätsniveau jedoch nicht.

Es ist manchmal schwer zu unterscheiden, wer ist Damanhurianer, Valdichier, Iomeaner, Gast, Seminarteilnehmer, wenn man nicht ständig danach fragen möchte. Von überragender Geistigkeit unter den einzelnen ist manchmal keine Spur, es menschelt erstaunlich oft. Als ich zum zweiten Mal in ihrem richtigen Supermarkt einkaufe, erkennt mich die sympathische Schweizer Kassiererin wieder und sagt mir sofort, dass sie jederzeit helfe, wenn ich ein paar Produktaufschriften nicht verstehe. Aber nicht nur die vielen deutschen Bioprodukte sind ausreichend international beschriftet. Den Ita an der Käse- und Wursttheke kannte ich nicht, es kommt kein Gespräch zustande. Im Untergeschoss finde ich ein genetisches Labor. Da darf ich verständlicherweise nicht rein. Ein anwesender Mitarbeiter erkennt mich aus der Serata wieder und möchte gern die Websites zu einer alternativen Heilmethode von mir wissen.

Ich habe mehrer ausgetretene oder teilausgetretene Leute gefunden, die meinten, die ständige Nähe der Menschen eines Nucleo sei nicht das Richtige für sie. Sie arbeiten z. T. trotzdem weiter für Damanhur. Sie sprachen zu meinem Erstaunen freimütig darüber, dass sie sich wieder erneut annähern, an einer Ausbildung teilnehmen und wahrscheinlich später wieder eintreten. Andererseits arbeiten nicht alle wohnhaften Damanhurianer in damanhurianischen Betrieben. Es wird nicht geraucht, Alkohol ist erlaubt, aber nicht betrinken, man muss nicht vegetarisch leben. Man kann Sri Aurobindo genauso verehren wie die alten Kelten oder den Horuskult. Manchmal fragte ich mich, was ist hier eigentlich nicht möglich außer Zocken und ewigem Faulenzen?


Andere Gemeinschaften


Valdichy ist die Vision einer internationalen Gemeinschaft von Idealisten mit Bodenhaftung, die sich im Valchuisella niederlassen und ihr Projekt mit Leben füllen wollen. Damit werden Personen und Gruppen angesprochen, die bereits klare Vorstellungen ihres Projektes von einem anderen Leben entwickelt haben und jetzt nach dem geeigneten Umfeld und günstigen Bedingungen zur Umsetzung suchen.

Valdichy ist benannt nach dem unteren Valchuisella-Tal. Ich habe bisher Franzosen, Slowenen, Holländer, Deutsche und US-Amerikaner getroffen. Das Valdichy-Projekt wurde gestartet, um kreative Menschen anzuziehen, die sich im Tal niederlassen wollen, Menschen mit Pioniergeist, praktische Träumer mit dem Wunsch, mit neuen Lebensweisen zu experimentieren, begeisterte Individuen und Gruppen, die ihre Ideen und Talente entfalten wollen, um ein neues positives Beispiel zu schaffen.

Die Valdichy-Initiative ist eine Non-Profit-Organisation, die mit Information, Kontakt und Hilfe bei bürokratischen Verfahren neue Projekte in der Anfangsphase unterstützt. Sie hilft interessierten Personen und Gruppen, den „richtigen“ Platz zu finden und steht insbesondere Nichtitalienern beim Überwinden der Anfangsschwierigkeiten zur Seite.


Die kleine spirituelle Gemeinschaft IOMEA, der der Spirit von Damanhur nicht weit genug geht und eine eigene spirituelle Leiterin hat, hat sich in den Bergen in der Nähe angesiedelt und sich für Valdichy geöffnet. Eine offizielle Zusammenarbeit mit Damanhur ist zwar schon angedacht, gibt es aber noch nicht.


Eindruck der Gegend


Das Valchuisella ist ein schönes alpines Endtal, „ganz hinten“ mit Bergen über 2500m Höhe, zum Teil sehr steil, ohne die starke in Deutschland gewohnte Dichte an Wanderwegen und Alpenvereinshütten. Der Gran Paradiso ist nicht sehr weit weg. „Unsere“ gewohnten Latschenkiefern sind hier Latschenlaubbäume. Es fährt kein öffentlicher Bus bis zum Talschluss. Beim Trampen hat mich dreimal das erste Auto mitgenommen und prompt einen Umweg für mich gemacht. Komisches Land...())

Man kann weiter unten auch herrlich auf gewundenen Wegen an sauberen Bächen mit Naturbadewannen wandern. Die ausgedehnten Maroniwälder (Esskastanien) haben es mir angetan. Zum Ausgang hin, wo die meisten damanhurianischen Nucleos sind, wird das Tal immer flacher und lieblicher. Es gibt eine Talsperre direkt vor Vidracco, wo ein Wasser- und Ökoweg angelegt wurde. Baden ist möglich und erlaubt.


Sonstiges


Die Grundlage der damanhurianischen Gesellschaft ist die Betonung von Unterschiedlichkeit. Damanhurs Stabilität ist äußerst untypisch, sie läuft Theorien zuwider, demnach intentionale Gemeinschaften in der postmodernen Gesellschaft nur einige wenige Jahre erfolgreich sein könnten.

Es gibt bereits einen Ausspruch: Lass Damanhur Zeit, sich dir zu offenbaren. Ich glaube, ich kann nicht im Geringsten sagen, dass ich mich hier schon einigermaßen auskennen würde. Es braucht seine Zeit. Mir ist mehrfach aufgefallen, dass sich Behauptungen von Valdichiern über Damanhur hinterher nicht immer als völlig richtig herausgestellt haben. Nicht mal die Valdichier wissen also über ihren Seniorpartner „so richtig“ Bescheid... Aber wer weiß in so einer großen Projektlandschaft an vielen kleinen Standorten schon „richtig“ Bescheid? Man merkt auf Schritt und Tritt, dass man in einer großen, überlegten und fleißigen Gemeinschaft ist, wo wirklich etwas passiert. Auch habe ich nicht den Eindruck gewonnen, dass zumindest Damanhur ein perfekt organisiertes Räderwerk sei. Vielleicht so ausgedacht, aber dann haben Menschen begonnen, es in die Praxis umzusetzen. Den Eindruck von Perfektion verliert man schnell, wenn man erst mal da ist. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Literatur:

Jeff Merrifield, Damanhur. The Real Dream (englisch)

Kontakt Damanhur

Adresse: Welcome Office Olami Damanhur

I – 10080 Baldissero Canavese (TO)

Tel - Fax: 0039-0124-512236 bis 512205

Website: www.damanhur.info

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kontakt Valdichy

Adresse: Piazza Comm. Ceratto, 3

I – 10080 Vidracco (TO)

Tel: 0039-0124-79112

Website: www.valdichy.info

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



hier noch
etwas für die stille zeit über weihnachten/neujahr:
7 interessante artikel über damanhur aus kurskontakte.

Stadt des Lichts- Ein Reisebericht von Antar Ketan, Teil II
Damanhur – außergewöhnliches Experiment für eine spirituelle und soziale Lebensweise

Autoren: Antar Ketan

Über Damanhur kursieren erstaunliche Nachrichten. Wir wollten es genauer wissen. Antar Ketan berichtet von zwei Besuchen in der „Stadt des Lichts“: Im ersten Teil im letzten Heft war es der spirituelle Sucher, der uns seine Eindrücke mitteilte. Im zweiten Teil hinterfragt er als „Working Guest“ Ökologie und soziale Beziehungen. Zwiespältig bleiben seine Bewunderung für die spirituelle Schaffenskraft einerseits und die Unzufriedenheit mit dem sozialen und ökologischen Verhalten andererseits. Positiv ist die Erfahrung, dass konstruktiv geäußerte Kritik Nachdenken und Veränderung bewirken kann.

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Stadt desLichts- Ein Reisebericht von Antar Ketan, Teil I
Damanhur – außergewöhnliches Experiment

Autoren: Antar Ketan

Über Damanhur gibt es in den Medien immer wieder aufsehenerregende Berichte, die zum Staunen und Fragen Anlass geben. Wir wollten es genauer wissen und haben Antar Ketan gebeten, seine Erlebnisse, Erfahrungen und Reflexionen, die er bei zwei Besuchen in der „Stadt des Lichts“ sammeln konnte, für uns aufzuschreiben. Seine Berichte sind natürlich subjektiv, von seinen persönlichen Fragen und Interessen bestimmt – wie bei jedem von uns. Aber gerade das persönliche Erleben mit den Momenten von Begeisterung und Distanz, Angezogensein und Kritik scheint uns ein guter Weg, ein Phänomen wie Damanhur in aller Komplexität, Hoffnungsfreude und Widersprüchlichkeit nacherlebbar zu machen. In diesem ersten Bericht ist es der spirituelle Sucher, der uns seine Eindrücke mitteilt. In dem folgenden zweiten Bericht – in der nächsten Ausgabe – wird es der Working Guest sein,

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Lokales Wirtschaften wieder im Aufwind
Jonathan Dawson beschreibt das andere Wirtschaften am Beispiel der Ökodörfer Findhorn in Schottland und Damanhur in Italien

Autoren: Jonathan Dawson

Können Ökodörfer ein Faktor für die wirtschaftliche Stabiliät ihrer Region werden? Jonathan Dawson, Bewohner von Findhorn und intimer Kenner der Ökodorf-Szene in Europa stellt anhand von Beispielen dar, wie solche wirtschaftlichen Prozesse angestoßen werden und über die Jahre ihre Wirksamkeit entfalten. Sicherlich sind dies derzeit Tropfen auf den heißen Stein – unendlich viel Geld verschwinden in den Rachen der Supermärkte und anderer Konzernfilialen. Aber alles muss klein anfangen und wachsen – wir brauchen Vorbilder, die Mut machen.

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Komplementärwährungen
Der sanfte Weg in eine neue Zivilisation. Der Schweizer Ökonom Hans-Peter Studer sprach mit dem Geldexperten Bernard Lietaer.

Autoren: Hans-Peter Studer

Wie Jonathan Dawson in der Ausgabe 135 von KursKontakte am Beispiel der Gemeinschaften Findhorn und Damanhur gezeigt hat, sind regionale Komplementärwährungen – wie z.B. der „Chiemgauer“ hier in Deutschland – erfolgreich bei der Förderung der regionalen ökonomischen und sozialen Entwicklung. Obwohl es auf der Welt mittlerweile 2600 solcher regionaler Währungen unterschiedlicher Ausprägung – komplementär zu den nationalen – gibt, werden diese von Politikern und Ökonomen immer noch als Spleen einiger Alternativer belächelt. Der international bekannte Währungsfachmann Bernard Lietaer hingegen, dessen Lebensgeschichte bereits in einem Portrait in KursKontakte Nr. 129 (www.kurskontakte.de) dargestellt wurde, betont die große Bedeutung solcher Komplementär-währungen für eine grundlegende ökonomische und -kulturelle Transformation. Die Einführung von Komplentärwährungen sei ein sanfter Weg hin zu einer anderen Welt.


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Bioregionale Perspektive
Für die Gemeinschaft Damanhur in Norditalienist Regionalpolitik Teil des spirituellen Konzepts.Christine Schneider sprach mit Roberto Sparagio.

Autoren: Christine Schneider Roberto Sparagio

Schon öfter wurde in eurotopia über das Gemeinschaftsprojekt Damanhur in Norditalien berichtet. Zuerst waren es die Reiseberichte von Antar Ketan, der als spiritueller Sucher und als „Working Guest“ seine Begeisterung, sein Befremden und seine Kritik zum Ausdruck brachte (Ausgaben 123 und 124). Später wurde in einem Artikel von Jonathan Dawson über lokales Wirtschaften (Ausgabe 135) -Damanhur neben dem Gemeinschaftsprojekt Findhorn in Schottland als ein besonders zukunftsweisendes Projekt in ökonomischer und sozialer Hinsicht beschrieben. In der Redaktion entstand der Wunsch, an Ort und Stelle mehr zu erfahren. So wurde Damanhur im Sommer dieses Jahres zum -wichtigsten Ziel der Italien-Reise von „eurotopia-tours“. Die Eindrücke waren so vielfältig, dass die wenigen Tage nicht ausreichten, ein umfassendes Bild zu gewinnen. Sowohl in spiritueller als auch in kultureller wie ökonomischer, sozialer und politischer Hinsicht schien uns eine vertiefende Auseinandersetzung für die Gemeinschaftsbewegung lohnend. Wir haben in Damanhur Christine Schneider kennengelernt, die uns sowohl in das spirituelle Denken Damanhurs eingeführt als auch einen Überblick über die Regionalarbeit im Valchiusellatal gegeben hat. In dieser Ausgabe schreibt sie über die soziale und politische Ausrichtung Damanhurs. Es war uns besonders wichtig, die Erfahrung weiterzugeben, dass eine spirituelle Orientierung politisches Engagement nicht ausschließt, sondern gerade die Kraft geben kann, in schwierigen Situationen seien Idealen treu zu bleiben. So wird deutlich, welche inspirierende und tragende Rolle Gemeinschaften in den neu entstehenden Regionalbewegungen spielen können, wie auf diesem Weg gemeinschaftliches Denken und Handeln zu einer neuen Qualität von Politik überhaupt werden kann, um Egoismus, Ausbeutung und Unterdrückung zu überwinden.


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Die Föderation von Damanhur

Autoren: Christine Schneider

Die Föderation von Damanhur ist eines der größten Gemeinschaftsprojekte in Europa. Die Mitglieder nehmen für sich in Anspruch, ein revolutionäres Modell für nachhaltige Veränderung zu entwickeln. Christine Schneider gibt einen Überblick über Leben und Politik in der Gemeinschaft.
Die aufwendig gestaltete Tempelanlage in einem Berg, an der 16 Jahre lang im Geheimen gebaut worden war, machte Damanhur weltbekannt. Und doch wissen viele bis heute nicht viel mehr von Damanhur, als dass man dort ungewöhnliche spirituelle Forschungen betreibt. Über die sozialen und politischen Aktivitäten dieses Projekts ist wenig bekannt.
Damanhur liegt in einem vergessenen Tal der Piemonteser Vor-alpen, nahe dem Gran Paradiso Nationalpark in Nord-italien. Landflucht und Vergreisung sind seit Jahrzehnten dramatisch. Es gibt weder Infrastruktur noch Arbeit, um die jungen Generationen zu halten. Bis heute fehlen in weiten Teilen des Tals Elektrizität, Telefon, Wasseranschluss. Ende der 70er-Jahre kamen „Fremde“ aus dem 40 Kilometer entfernten Turin ins Tal, kauften ein erstes Grundstück und begannen ein gemeinschaftliches Experiment, das sich in den inzwischen vergangenen 30 Jahren zu einem der größten Gemeinschaftsprojekte Europas entwickelt hat.


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Mehr Gemeinschaft braucht es überall
Kosha Joubert berichtet von der Findhorn-Konferenz des Global Ecovillage Network

Autoren: Kosha Joubert

Vom 1. bis zum 8. Oktober trafen sich im schottischen Findhorn 130 Menschen aus 22 Ländern, um 10 Jahre nach der Gründung des Globalen Ökodorf-Netzwerks Bilanz zu ziehen und gemeinsam einen Blick in die Zukunft zu werfen, aber auch, um sich als Freunde wiederzutreffen, zu bestärken und Mut zu machen, und um neuen Menschen den Einstieg in dieses unterstützende Netzwerk zu ermöglichen.

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