OPEC ist tot, Putin baut globales Öl-Kartell

Zur Erinnerung: Bereits Ende 2016 schloss sich die OPEC mit Russland zusammen, um das Öl-Angebot auf den Weltmärkten zu senken und damit die Preise von damals ca. 40 Dollar pro Barrel zu heben. Die OPEC war damals schon nicht in der Lage, den Ölmarkt in Eigenregie zu lenken. Im Zusammenschluss mit Russland (OPEC+) war es gelungen, die Ölpreise auf ca. 65 Dollar pro Barrel zu heben.

Während der drei Jahre, in denen OPEC+ die Produktion drosselte, haben die USA ihre Produktion gesteigert und sich einen großen Teil der Märkte geschnappt, die von OPEC+ freigegeben wurden.

Dann kam die Königsgrippe und mit ihr die weltweite Rezession und mit ihr eine stark gesunkene Nachfrage nach Öl, bei unverändertem Angebot. Die Preise begannen zu fallen. Auf dem OPEC+ Treffen am 6. März 2020 wollte Saudi-Arabien eine weitere starke Reduzierung der Förderung durchsetzen. Russland war jedoch nur bereit, die bis dato vereinbarte Reduzierung der Förderung zu verlängern. Saudi-Arabien war damit so wenig einverstanden, dass es bekannt gab, aus dem Deal komplett auszusteigen, die Förderung stark zu erhöhen und seinen Kunden Sonderrabatte zu gewähren. Daraufhin sind die Ölpreise ins Bodenlose abgestürzt.

Kurz ein paar Zahlen zur Verdeutlichung der Lage. Russlands Haushalt basiert auf einem Ölpreis von 42 Dollar pro Barrel. Das saudische Haushalt legt einen Preis von 71 Dollar pro Barrel zugrunde. Die Öl-Industrie in den USA kann bei einem Preis ab 50 Dollar pro Barrel existieren. Preise von 20-30 Dollar pro Barrel stellen niemanden zufrieden.

Was würde passieren, wenn der Ölpreis weiter bei 25 Dollar bleibt oder sinkt? Dann hat Russland ein kleines Haushaltsloch, Saudi-Arabien ein großes Haushaltsloch, und die US-Ölindustrie keine Existenzgrundlage. Wer hält einen solchen Preiskrieg länger durch?

Ein echter Preiskrieg war von Saudi-Arabien nicht geplant. Die Androhung eines Preiskrieges war entweder ein Bluff, um Russland zum Einlenken zu bewegen, oder aber eine abgesprochene Aktion, um die gegebene Preiskrise auszulösen. Wozu? Um die USA mit ins Boot zu holen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am 3. April die Eckpunkte des neuen globalen Erdölkartells benannt.

Putins Lagedarstellung: Corona-Virus und damit verbundenen Einschränkungen in Transport und Produktion haben die Nachfrage nach Öl gesenkt. Gesunkene Preise können und werden zu Einschnitten bei den Investitionen in die Ölförderung führen. Wenn sich die Nachfrage wieder erholt, werden sich die ausgesetzten Investitionen rächen und die Preise können nach oben durch die Decke gehen, was auch schlecht wäre. Russland strebt einen ausgewogenen Ölpreis an, nicht zu hoch, nicht zu niedrig. Russland fühle sich mit einem Preis von 42 Dollar pro Barrel komfortabel.

Putin schlägt vor, gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um den Ölpreis zu stabilisieren. Er nennt explizit die USA, mit denen man auch zusammenzuarbeiten bereit ist. Zunächst sei eine globale Drosselung um 10 Millionen Barrel pro Tag anzustreben.

Russlands Energieminister Nowak betonte ebenfalls, dass es wichtig sei, dass sich alle an der Lösung der Krise beteiligen: Russland, OPEC, die USA, sonstige Förderländer – also alle.

Putin geht noch mal auf den von Saudi-Arabien begonennen Preiskrieg ein und erklärt ihn damit, dass die Saudis ihre Konkurrenz aus den USA beseitigen wollen.

Putins Abschluss möchte ich direkt zitieren:

Aber wir müssen zweifellos die Interessen aller unserer Partner berücksichtigen, wirklich aller. Nur so können wir gerechte Vereinbarungen für einen ausbalancierten Markt finden.

Wenn wir das zusammenfassen…

  • Alle Ölproduzenten, einschließlich der USA, müssen sich in einem neuen Kartell zusammenschließen.
  • Die Interessen aller müssen berücksichtigt werden.
  • Saudi-Arabien hat ein Interesse daran, die US-Ölindustrie mehr oder weniger einzudämmen (d.h. die USA werden zumindest die Marktanteile, die sie sich in den letzten drei Jahren von OPEC+ geschnappt haben, wieder abgeben müssen)

Die Partner haben die Wahl: Einschlagen oder im Preiskampf sterben.

Die Wahl ist nicht sonderlich groß und der Ausgang nicht sonderlich spannend. Am Ende wird sich alle Welt die Förderquoten bei Putin abholen. Bis dahin werden wir noch einiges an Gerangel und Geschrei und Theater sehen.

Während dieser Artikel reifte und auf seine Publikation wartete, gab es am 9. April eine außerordentliche OPEC+ Sitzung, bei der sich Russland und Saudi-Arabien bezüglich der Förderkürzungen einig wurden. Noch in der Nacht zum 10. April gab es eine Telefonkonferenz zwischen Putin, Trump und bin Salman. Und weiterhin zum gleichen Thema hatte Putin am 10. April noch Einzeltelefonate mit Trump und mit bin Salman. Trump informierte Putin über seine Verhandlungen mit den Ölförderern seines Einflussbereichs. Wie die Presse ebenfalls am 10. April zu berichten weiss, haben auch Mexiko und die USA Förderkürzungen auf sich genommen.

Schon haben wir alle großen Öl-Exporteure im Boot. Die Anteile sind für den Moment nicht entscheidend. Die USA werden beispielsweise für den Moment mit vergleichsweise sehr geringen Kürzungen in den Club aufgenommen, weil das gut für Trump und seine Wiederwahl ist. Er wird sich gebührend als Retter der Welt inszenieren und allen unter die Nase reiben, was für einen vorteilhaften Deal er für die USA ausgehandelt hat. Mit der Zeit werden sich die Anteile noch stark verändern. Es gehört zu Putins Stil, seine Ziele in kleinen Schritten und mit eiserner Geduld zu erreichen.

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Umverteilung in Russland

Putin hat sich an die Nation gewandt und eine Reihe von Maßnahmen im Zusammenhang mit der Königsgrippe verkündet.

Darunter diverse Schutzmaßnahmen für Mittelstand und Kleinunternehmen und für Kreditnehmer aller Art. Monatliche Sonderzahlungen für Familien mit Kleinkindern. Erhöhung des minimalen Krankengeldes. Anhebung des maximalen Arbeitslosengeldes um 50 %.

Spannend: Arbeitgeber müssen nur noch die Hälfte an Sozialversicherung für Beschäftigte zahlen, wenn (nur wenn) der Lohn über dem gesetzlichen Existenzminimum liegt. Und: Das ist eine bleibende Maßnahme, die nicht zurückgefahren werden wird. Das ist ein Anreiz, von der in Russland üblichen Praxis abzurücken, das Gehalt zweizuteilen: in einen kleinen Teil, der offiziell ist, den Behörden gemeldet wird und mit Steuern und Abgaben belegt wird, und den anderen Teil, der monatlich schwarz und steuerfrei im Briefumschlag dazukommt. Bis jetzt hat Putin im wesentlichen nur die großen Konzerne mit Staatsbeteiligung von dieser Praxis befreien können – dort läuft nichts mehr an den Behörden vorbei. Die angekündigte Maßnahme wird einen Teil der verblieben großen grauen Zone in die weiße Zone reinziehen.

Noch spannender: Zwei neue Steuern sollen die angekündigten zusätzlichen Sozialleistungen gegenfinanzieren. Zum einen werden sämtliche Dividenden und andere Gewinnausschüttungen, die aus Russland ins Ausland transferiert werden, mit einer Steuer von 15 % belegt (bisher effektiv 2 %). Das ist die “Offshore-Steuer”. Zum anderen sollen Einnahmen aus Wertpapieren, z. B. Aktiendividenden, mit 13 % besteuert werden (bisher gar nicht besteuert), wenn der Gesamtwert der Einlagen eine Million Rubel übersteigt (etwa 12 Tausend Euro nach aktuellem Kurs). Ein Prozent aller Anleger sollen von der “Wertpapier-Gewinn-Steuer” betroffen sein.

Zwei Steuern, die jeweils die Reichen treffen. Als Gegenfinanzierung für Extra-Kindergeld und andere Sozialmaßnahmen. Umverteilung von oben nach unten. Man darf annehmen, dass große Teile der betroffenen russischen Geldeliten wenig begeistert sind. Nur haben sie gerade so gar keine Trümpfe in der Hand, um gegen derlei Maßnahmen Lobby zu machen oder gar dagegen zu intrigieren. Und die aktuelle Lage auf den Finanzmärkten lädt nicht zu einer schnellen Kapitalflucht ein…

Wie gut sich doch alles zusammenfügt. Möglich gemacht dank der Königsgrippe.

Wir betreten die Phase des größten Chaos und damit auch die Phase der größten Möglichkeiten. Jetzt beginnen tektonische Verschiebungen, die vor wenigen Wochen noch völlig undenkbar schienen.

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Russisches Militär für die EU

Hoppla. Die italienische Regierung hat Russland um Hilfe in der Corona-Krise gebeten. Putin hat Hilfe zugesagt. Es geht um Technik und Personal für Desinfektionstätigkeiten. Mit der Umsetzung ist das russische Verteidigungsministerium beauftragt worden.

Demnächst landen russische Militärtransporter mit russischer Technik und russischen Hilfsbrigaden mitten in der EU, auf Bitten eines EU-Landes, um einem EU-Land beim Überleben zu helfen.

Das ist eine sehr interessante Wendung… Für Wendungen solcher Art ist die ganze Panik entfacht worden.



 


für zweifler, schwarzmaler und opportunisten


 


die unaufgeklärten "aufklärer" - vor lauter bäumen den wald nicht sehen
die nur corona sehen oder die NWO und jetzt angst und panik verbreiten

am schlimmsten finde ich die pseudo-aufklärer, die es eigentlich besser wissen müssten
andreas popp & eva herrmann
robert stein & das ganze nuovisoTV
gerhard wisnewski
heiko schrang
compakt magazin
mathias bröckers
dirk pohlmann
robert fleischer

ken jebsen

gut finde ich:
armin risi - von ihm bringe ich alle videos im NL gleich zu oberst...
diogenes lampe - sammlung seiner texte mit meinen kommentaren
peter denk und christa heidecke - immer in der rubrik prognosen
lion media und hans-joachim müller - immer im brief an leser und leserinnen
valeriy pyakin  - immer im brief an leser und leserinnen
veikko stenzer - etwas gewöhnungsbedürftig. aber der wohl am besten informierte bez. des tiefen staates. immer im brief an leser und leserinnen

veikko meint,
- diejenigen die sich schon lange tiefer damit beschäftigen wissen es schon lange
- die andern werden noch 2-3 jahre brauchen...


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Putschisten im Schatten des Coronavirus

von Thierry Meyssan   | Damaskus (Syrien)

Während die Bevölkerung ihre Augen auf die Zahlen der Coronavirus-Progression wirft, findet eine tiefgreifende Reorganisation der Exekutive statt, die den hohen Beamten für das Gesundheitswesen den Vorrang gegenüber der Politik gibt. Im Hintergrund agitieren Banker und Militärs in der Hoffnung, die Macht zu ihren Gunsten zu usurpieren.

 
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Am 1. Februar wies US-Verteidigungsminister Mark Esper General Terrence J. O’Shaughnessy an, sich bereit zu halten. Am 13. Februar erklärte letzterer vor dem Verteidigungsausschuss des Senats, sich auf das schlimmste Szenario vorzubereiten. Im Falle einer Gesundheitskatastrophe würde der Plan der "Kontinuität der Regierung" ihn zum nächsten Diktator (im alten Sinne des Wortes) der Vereinigten Staaten machen.

Der Vorrang der Logik der Verwaltung über die der Politik

Viele Regierungen der Industrieländer haben beschlossen, auf die Covid-19-Epidemie durch Ausgangsperren für die jeweilige Bevölkerung zu reagieren. Diese Strategie beruht nicht auf medizinischen Überlegungen, die nie zur Isolierung gesunder Menschen geführt haben, sondern zum Einsatz medizinischer Mittel, die darauf abzielen, einen massiven Zustrom von Patienten zu verhindern, um Krankenhäuser nicht zu überlasten. Nur wenige Industrieländer wie z.B. Schweden haben diesen administrativen Ansatz zur Bekämpfung der Epidemie abgelehnt, und haben sich für eine Vorgehensweise auf medizinischer Basis entschieden und haben daher keine allgemeine Ausgangsbeschränkung verhängt.

Die erste Lehre der aktuellen Situation ist daher, dass in den entwickelten Ländern die Verwaltungslogik der medizinischen Erfahrung von nun an übergeordnet ist.

Doch auch ohne medizinische Kompetenz bezweifle ich nicht, dass Jahrtausende medizinischer Erfahrung gegen eine Krankheit wirksamer sein können als bürokratische Rezepte. Wenn wir das gegenwärtige Phänomen weiter beobachten, stellen wir außerdem fest, dass Schweden derzeit 10 Todesfälle pro Million Einwohner hat, während Italien 166 pro Million Einwohner beklagt. Natürlich ist dies erst der Anfang der Epidemie, und diese beiden Länder sind sehr unterschiedlich. Italien wird wahrscheinlich mit einer zweiten und dann mit einer dritten Kontaminationswelle konfrontiert sein, während Schweden die Immunität der Gruppe und dadurch ihren Schutz erreicht haben wird.

Das Primat hoher Beamter des Gesundheitswesens vor den gewählten Volksvertretern

Davon abgesehen schadet die weitgehende Ausgangsbeschränkung gesunder Menschen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Regierungsführung. Überall sehen wir, wie das Wort der Politiker vor dem der hohen Gesundheitsbeamten verblasst, obwohl es wirksamer sein sollte als dasjenige der Beamten. Dies ist sinnvoll, da die Entscheidung über Ausgangsbeschränkungen rein administrativ ist. Wir haben alle akzeptiert, für unsere Krankenhäuser zu kämpfen und uns vor der Krankheit zu schützen, nicht dazu, sie zu bekämpfen.

Jeder kann aber feststellen, dass wir im Gegensatz zum Anschein nicht effizienter geworden sind. So waren die EU-Mitgliedstaaten beispielsweise nicht in der Lage, die erforderlichen medizinischen Geräte und Medikamente rechtzeitig bereitzustellen. Schuld daran sind die üblichen Regeln. Zum Beispiel: Die wirtschaftliche Globalisierung hat dazu geführt, dass es nur einen Hersteller von künstlichen Atemgeräten gibt und dass er Chinese ist. Die Ausschreibungs-Maßnahmen dauern mehrere Monate, bevor man sie bekommt und die Politiker sind nicht mehr da, um diese Verfahren außer Kraft zu setzen. Nur die Vereinigten Staaten waren in der Lage, dieses Problem sofort durch die Verpflichtung von Unternehmen zu lösen.

Frankreich, das während des Zweiten Weltkriegs mit Philippe Pétain eine Verwaltungsdiktatur hatte, die als "französischer Staat" bekannt ist, erlebte bereits in drei Jahrzehnten zuvor eine Machtergreifung durch hochrangige Beamte. Man sprach von der ENArchie [ENA= Ecole Nationale d’Administration]. In gleicher Weise und ohne, dass sie sich dessen bewusstwurde, entzog sie den Politikern das Wissen über die Verwaltung, welches sie sich durch die Häufung von lokalen und nationalen Mandaten aneignen konnten. Heutzutage sind gewählte Politiker weniger gut informiert als die hohen ENA-Beamten und haben alle Schwierigkeiten der Welt, sie zu kontrollieren.

So wie jetzt hohe Gesundheitsbeamte plötzlich eine Autorität besitzen, über die sie normalerweise nicht verfügen, so streben Banker und Militärs die gleiche Beförderung auf Kosten der Politiker an.

Im Schatten lauernde Banker

So veröffentlichte der ehemalige Schatzkanzler (Finanzminister) und der damalige britische Premierminister Gordon Brown in der Financial Times einen Pressebeitrag [1]. Er plädiert dafür, die Angst vor der Covid-19 zu nutzen, um das zu erreichen, was während der Finanzkrise 2008 gescheitert ist. Damals war es ihm nicht gelungen, eine globale Finanzregierung zu bilden, und er musste sich mit einer einfachen Konsultation mit den G20 zufriedengeben. Es wäre heute möglich, so fährt er fort, eine globale Gesundheitsregierung zu bilden. Und zu prüfen, welche Mächte als ständige Mitglieder des Sicherheitsrats eingeladen werden sollten.

Es gibt keine Beweise dafür, dass diese Weltregierung erfolgreicher sein würde als nationale Regierungen. Sicher ist nur, dass sie jeder Form demokratischer Kontrolle entgehen würde.

Dieses Projekt ist nicht wahrscheinlicher als das der Weltfinanzregierung. Gordon Brown war auch ein überzeugter Befürworter der andauernden Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union. Auch hier hat er wieder verloren.

Der im Schatten lauernde tiefe US-Staat

Historisch gesehen wird in allen Krisen das Argument des "Notfalls" verwendet, um die Machtverhältnisse zu ändern, ohne dass die Öffentlichkeit Zeit zum Nachdenken hat, und oft gelingt es.

Am 30. Januar 2020 rief die WHO einen "öffentlichen Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite" aus. Am nächsten Tag unterzeichnete Verteidigungsminister Mark Esper heimlich eine Warning Order (Warnanordnung), in der es hieß, dass das NorthCom sich auf neue mögliche Regeln der "Kontinuität der Regierung" vorbereiten sollte.

Diese werden als Above-Top-Geheimnis klassifiziert, d.h. ihre Kommunikation ist Personen mit der höchsten Freigabe und auch mit speziellem Namenszugang (Special Access Program) vorbehalten.

Es ist daran zu erinnern, dass das Konzept der "Kontinuität der Regierung" zu Beginn des Kalten Krieges geformt wurde. Ziel war es, die Vereinigten Staaten im Falle eines Atomkrieges gegen die Sowjetunion und für den Fall des Todes oder der Verhinderung des Präsidenten, des Vizepräsidenten und des Sprechers des Repräsentantenhauses zu schützen. Laut einer schriftlichen Anweisung von Präsident Dwight Eisenhower sollte eine Militärische Ersatzregierung sofort die Kontinuität des Befehls während des Krieges sicherstellen, bis zur Wiederherstellung demokratischer Verfahren [2].

Diese Ersatzregierung wurde nie benötigt, außer am 11. September 2001 durch den Nationalen Koordinator für die Terrorismusbekämpfung, Richard Clarke [3]. Nun, wenn das Land auch einen schrecklichen Anschlag durchmachte, waren weder der Präsident, noch der Vizepräsident, noch der Sprecher des Repräsentantenhauses tot oder verhindert, was mich zu dem Schluss brachte, dass es sich um einen Staatsstreich handelte. Auf jeden Fall hat Präsident George Bush Jr. am Abend desselben Tages seine Vorrechte wiedererlangt, und es wurde nie eine Erklärung dafür gegeben, was während der zehnstündigen Suspendierung seiner Autorität geschehen war [4].

Laut dem besten Spezialisten des Pentagon, William Arkin, in Newsweek [5], gäbe es nun sieben separate Pläne:
- Rescue & Evacuation of the Occupants of the Executive Mansion (RESEM) zum Schutz des Präsidenten, des Vizepräsidenten und ihrer Familien.
- Joint Emergency Evacuation Plan (JEEP) um den Verteidigungsminister und wichtige militärische Führer zu schützen.
- Atlas Plan zum Schutz der Mitglieder des Kongresses und des Obersten Gerichtshofs.
- Octagon, worüber man nichts weiß
- Freejack, ebenfalls unbekannt.
- Zodiac, auch unbekannt.
- Granite Shadow das die Entsendung von Spezialeinheiten in Washington vorsieht und die Bedingungen für die Anwendung von Gewalt und das Durchfahren von Orten unter militärischer Autorität festlegt [6].

Man beachte, dass das RESEM den Präsidenten und Vizepräsidenten schützen soll, aber erst angewendet werden kann, wenn sie tot oder verhindert sind.

Auf jeden Fall würde die Umsetzung dieser sieben Pläne dem United States Military Command for North America (NorthCom) unter der Führung eines illustren Unbekannten, General Terrence J. O’Shaughnessy, zufallen.

Es muss daran erinnert werden, dass nach US-Recht, dieser Mann der Diktator der Vereinigten Staaten nur im Falle des Todes oder der Verhinderung der drei wichtigsten gewählten Beamten des Bundesstaates werden muss, aber dass es in der Praxis passiert ist, dass sein Vorgänger, General Ralph Eberhart, es ausübt, ohne dass diese Bedingung erfüllt war. Dieser 73-Jährige leitet heute die weltweit führenden US-Militär-Flug-Unternehmen.

General O’Shaughnessy sagte am 13. Februar vor dem Senats-Ausschuss für Streitkräfte, dass das NorthCom sich auf das Schlimmste vorbereite. Dafür steht er täglich in Verbindung mit den anderen zehn zentralen Kommando-Instanzen der Vereinigten Staaten für die Welt [7].

Das NorthCom hat Autorität nicht nur über die Vereinigten Staaten, sondern auch über Kanada, Mexiko und die Bahamas. Im Rahmen internationaler Abkommen kann es von sich aus US-Truppen in diese drei Länder entsenden.

Im Jahr 2016 unterzeichnete Präsident Barack Obama die streng geheime politische Presidential Policy Directive Nummer 40 on the National Continuity Policy. Der Administrator der Emergency Situations Agency (FEMA), Craig Fugate, unterzeichnete zwei Tage vor dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump die Federal Continuity Directive 1, die bestimmte Bedingungen auf niedrigeren Ebenen festlegt.

Sie haben an alles gedacht, und sie sind bereit für das Schlimmste. Die Epidemie gibt ihnen den Grund zum Handeln. Daher sind die Fragen des Sprechers des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, über eine mögliche absichtliche Ausbreitung des Virus durch die US-Streitkräfte durchaus sinnvoll.


 



wie die EU ausgeschaltet wird...

 

Während Europäer und Araber von dem Coronavirus in Anspruch genommen sind, ändern die Angelsachsen die Weltordnung. Unter US-Kommando übernahm das Vereinigte Königreich die Kontrolle über den Eingang zum Roten Meer; die VAE (Emirate) wandten sich gegen Saudi-Arabien und fügten ihm im Süd-Jemen eine vernichtende Niederlage zu, während die Huthis dies im Nord-Jemen taten. Der Jemen ist nun in zwei getrennte Staaten gespalten, und die territoriale Integrität Saudi-Arabiens ist bedroht.

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US-Präsident Donald Trump und der De-facto-Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Prinz Mohamed bin Zayed. Stillschweigend organisieren die beiden Geschäftsmänner den erweiterten Nahen Osten neu.

US-Präsident Donald Trump setzt seine Politik des militärischen Rückzugs aus dem "Erweiterten Nahen Osten" fort. Um dies zu tun, verlegte er nach und nach seine Truppen, unterzeichnete Abkommen mit den Streitkräften, gegen die sie eingesetzt wurden (z.B. mit den Taliban) und verhandelte die Freilassung seiner Gefangenen. Gleichzeitig appelliert das Pentagon an das Vereinigte Königreich, um die Operationen der neuen Atlantischen-Mittleren-Osten-Allianz zu leiten und die Fortsetzung des "endlosen Krieges" im "Erweiterten Nahen Osten" zu überwachen. Syrien gilt als ein Gebiet mit russischem Einfluss, während die Rumsfeld/Cebrowski-Strategie mit der Teilung des Jemen in zwei getrennte Staaten und der Vorbereitung der Zerstückelung Saudi-Arabiens fortgesetzt wird.

Rückführung der in Gefangenschaft gehaltenen CIA-Agenten

Am 18. und 19. März 2020 wurde ein im Iran inhaftierter US-Bürger, Michael White, aus seinem Gefängnis in die Schweizer Botschaft in Teheran überstellt; ein anderer im Libanon festgenommener US-Bürger, Amer Fakhoury, wurde von US-Truppen ausgeschleust; schließlich hat Präsident Trump bei der Suche nach einem dritten US-Bürger, Austin Tice, Syrien öffentlich um Hilfe gebeten.

Diese Operationen werden von dem diskreten nationalen Sicherheitsberater Robert O’Brien überwacht, der bei der Freilassung von Gefangenen über umfangreiche Erfahrung verfügt.

- Michael White diente 13 Jahre in der US Navy. Er begab sich in den Iran, um dort seine Verlobte wieder zu finden. Er wurde 2018 verhaftet und wegen Spionage zu 13 Jahren Haft verurteilt. Andere im Iran inhaftierte US-Bürger – darunter Morad Tahbaz, Robert Levinson, Siamak und Baquer Namazee – scheinen nicht das gleiche Interesse in Washington zu erwecken. Michael White wurde aus "gesundheitlichen Gründen" an den Schweizer Botschafter Markus Leitner übergeben. Er ist jedoch nicht auf freiem Fuß.
- Amer Fakhoury ist ein berühmter Kollaborateur der israelischen Besatzungstruppen im Libanon. Er war Mitglied der Armee des Südlibanon, Direktor des finsteren Kiam-Gefängnisses und Folterer. Er floh aus dem Libanon, als Israel sich zurückzog und kehrte im September 2019 aus einem unbekannten Grund dorthin zurück. Er wurde sofort erkannt und festgenommen. Er wurde aufgrund einer Verjährungsfrist für seine Verbrechen freigelassen, was rechtlich falsch war, aber die Ausreise wurde ihm untersagt. Dann lief er schnell, unter dem Schutz von Botschafterin Dorothy Shea, zur US-Megabotschaft in Awkar, von wo aus er von US-Spezialkräften mit Hubschraubern nach Zypern ausgeschleust wurde.
- Austin Tice, war ein Kapitän der Marines, der freier Journalist geworden ist. Er reiste mit Hilfe türkischer Geheimdienste illegal nach Syrien ein, bevor er in 2012 in Daraya (einem Vorort von Damaskus) verschwand. Eva Filipi, die tschechische Botschafterin, die die US-Interessen in Syrien vertritt, hatte behauptet, er würde nicht von Dschihadisten, sondern von den syrischen Behörden festgehalten. Etwas, das Damaskus immer bestritten hat.

Diese drei US-Staatsbürger sind höchstwahrscheinlich CIA-Mitarbeiter oder -Agenten.

- Seltsamerweise brachen die Vereinigten Arabischen Emirate das US-Embargo und brachten Medikamente in den Iran.
- Jede libanesische Fraktion wirft der anderen vor, dem Druck der USA nachgegeben zu haben. Die Hisbollah behauptet, den Widerstand nicht verraten und nicht heimlich mit Washington verhandelt zu haben, während der Präsident des Militärtribunals (pro-Hisbollah) zurückgetreten ist.
- Es ist das erste Mal seit zwei Jahrzehnten, dass ein US-Präsident öffentlich bei der Arabischen Republik Syrien um Hilfe nachsucht.

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US-Verteidigungsminister Mark Esper empfängt seinen britischen Amtskollegen Ben Wallace im Pentagon. Die "besonderen Beziehungen" zwischen den beiden Ländern wurden wiederhergestellt. Die "Five Eyes" sind verstärkt. Das Vereinigte Königreich übernimmt das Kommando über die NATO-MO-Operationen.

Übertragung der militärischen Aufsicht auf Großbritannien

Am 5. März empfing US-Verteidigungsminister Mark Esper seinen britischen Amtskollegen Ben Wallace im Pentagon. Die beiden Männer teilten sich das Kommando der neuen NATO-MO [1].

Ben Wallace hielt anschließend eine Rede auf dem Atlantic Council, in der er die Stärke der Allianz zwischen Großbritannien und den USA und die Verfügbarkeit des Vereinigten Königreichs bestätigte. Er unterstützte auch die Notwendigkeit, den "Diktator Baschar al-Assad" (sic) vor Gericht zu stellen, aber auch die Unmöglichkeit, dies angesichts der Unterstützung des "russischen Bären" zu tun. Mit anderen Worten, Syrien bleibt ein Feind, aber man wird es nicht mehr antasten. Der Krieg wird verlegt werden [2].

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Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace und sein türkischer Amtskollege, General Hulusi Akar, inspizieren am 12. März 2020 türkische "Beobachtungsposten", die den Dschihadisten in Idlib, im besetzten Syrien, als Rückzugsbasis dienen. London versichert Ankara, dass das Pentagon nicht die Türkei, sondern Saudi-Arabien zerstören wird.

Am 12. und 13. März besuchte Ben Wallace die Türkei und das von Dschihadisten besetzte Syrien. Er inspizierte die Beobachtungsposten der türkischen Armee in Idlib und schickte 89 Millionen Euro "humanitärer" Spenden an die Familien der Dschihadisten. Dann begannen diese, die türkischen Truppen anzugreifen, die sie schützen sollten, und töteten mehrere türkische Soldaten.

Das Ende von Jemen und der Anfang vom Ende von Saudi-Arabien

Die Vereinigten Staaten setzen ihre Politik des militärischen Rückzugs und der Übertragung dieser Funktion auf Stellvertreter fort und sind dabei den Krieg im Jemen zu verändern. Ursprünglich plante das Pentagon, das Land entlang der bis 1990 bestehenden Trennlinie in zwei Teile zu spalten. Es hatte Saudi-Arabien und Israel ermutigt, das Land anzugreifen, um seine Ölvorkommen in der angrenzenden Region "Empty Quarter" auszubeuten. [3]. Die Operation war mit der israelischen Luftwaffe, unter saudischer Flagge kämpfenden kolumbianischen Söldnern und emiratischen Truppen durchgeführt worden. Sie war von einem dreigliedrigen Generalsstab (Saudi/USA/Israel) mit Sitz in Somaliland koordiniert worden.

Allerdings gelang es dem Pentagon, das sich auf Stammesrivalitäten stützte, die Situation komplizierter zu gestalten, bis das Land tatsächlich in zwei Teile gespalten war, wie allerdings auch die saudi-arabische/VAE-Koalition gleichermaßen gespalten wurde. Das Pentagon musste daher die Teilung des Jemen – ohne den Einsatz eigener Truppen - in zwei getrennte Staaten abschließen, vor dem Versuch der Teilung des ehemaligen saudischen Verbündeten in fünf separate Staaten. Der Quincy-Pakt verpflichtet die USA, den König von Saudi-Arabien zu schützen, aber weder sein Land noch seinen Erben [4].

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Der De-facto-Herrscher von Abu Dhabi und De-facto-Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohamed bin Zayed, war der Mentor des saudischen Kronprinzen Mohamed bin Salman. Nach und nach wollte der Schüler seinen Lehrer überwältigen. Am Ende ist es der diskrete MBZ, der den selbstgefälligen MBS zerstören sollte.

Diese Woche entsandte das Pentagon ein Kriegsschiff vor Aden. Es richtete britische Truppen auf der Insel Socotra ein, um sie zu einer ständigen Militärbasis mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zu machen und stattete sie mit Patriot-Raketen aus. Zur selben Zeit haben die vom Iran unterstützten Huthis vom Norden zwei saudische Militärbasen erobert und mehr als 700 saudische Soldaten gefangen genommen, während die durch die Emirate unterstützten Stämme die von Saudi-Arabien unterstützten Stämme in Aden angriffen. Die Regierung von Abdrabbo Mansour Hadi, die einzige, offiziell von der UNO anerkannte, aber im Exil in Riad befindliche Behörde, hat die Kontrolle über Aden verloren.

Der saudische Kronprinz, Mohamed ben Salman hat niemanden mehr, der ihn unterstützt, nachdem er seinen zu brillanten Freund seiner Kindheit gefoltert, nachdem er seine Rivalen ermordet, nachdem er den schiitischen Chef seiner Opposition hingerichtet, nachdem er seine Brüder und Onkel beraubt, und nachdem er in Istanbul einen zu geschwätzigen Muslimbruder in Stücke schneiden liess.

Die Verteidigungsministerien der USA, Großbritanniens und der Emirate berichten nicht über diese Schlachten. Nur die Huthis tun es. In Ermangelung einer offiziellen Mitteilung ist die internationale Presse blind und stumm.

Süd-Jemen ist eine ehemalige britische Kolonie und die Vereinigten Arabischen Emirate waren Teil des Indischen Reiches. Das Vereinigte Königreich gewinnt, unter amerikanischem Schutz, seinen Einfluss im Golf und am Roten Meer zurück.

Das feindliche Paar, Saudi-Arabien/Widerstandsachse, gibt es mangels Kämpfer nicht mehr. Ab jetzt, nach dem Iran (1953-78), nach dem Irak (1979-90) und Saudi-Arabien (1991-2019), sind die Vereinigten Arabischen Emirate (2020- ), unter dem Schutz der NATO-MO, nun zu den Gendarmen der Region geworden.

Diese vollständige Umkehrung der Situation entspricht unserer Analyse der Krise. Nach ihrem Misserfolg in Syrien setzen die Vereinigten Staaten ihren Plan von 2001 fort und bereiten sich auf die Destabilisierung Saudi-Arabiens vor. Präsident Trump hat diesen Schritt unter der Bedingung gebilligt, dass die US-Truppen nicht direkt daran teilnehmen, sondern dass die VAE sie vertreten.

Der Selbstmord der Europäischen Union

Währenddessen reagiert die Europäische Union unangemessen auf die Coronavirusepidemie. Anstatt die Krankheit zu bekämpfen (mit massiven Tests, Behandlung von Infizierten mit Chloroquinin, Notfallversorgung der Kranken mit künstlicher Atmung und rekombinantem Interferon Alfa 2B), vermeidet sie die Überlastung ihrer Krankenhäuser (durch den Hausarrest für die gesunde Bevölkerung) [5]. Ihre Wirtschaft ist zum Stillstand gekommen, und die Europäische Zentralbank prognostiziert eine Rezession von 5 %, wenn diese Situation zwei Wochen anhält, aber es werden wahrscheinlich sechs sein.

Wenn der Höhepunkt der Epidemie vorüber ist, wird sie keine große Wirtschaftsmacht mehr sein, und die Welt wird auf eine neue Art und Weise organisiert werden, ohne sie.