finanz-mafia im westen vs. staatskapitalismus in russland/china
er beschreibt hier die unterschiede zwischen der finanz-mafia im westen und dem staats-kapitalismus im osten - warum der westen verliert und der osten gewinnt. beides sind jedoch veraltete systeme. heute gibt es besseres...
 

Stephan Schulmeister – Der Weg zur Prosperität

Stephan Schulmeister – Der Weg zur Prosperität
Ein Mann geht an einem Graffiti-Kunstwerk mit dem Titel "Death of euros" des französischen Straßenkünstlers Goin in Athen am 26. Mai 2015 vorbei.
Mehrere Dekaden Neoliberalismus haben tiefe Spuren in Europa und in Deutschland hinterlassen. Stephan Schulmeister zieht in seinem Buch Bilanz, analysiert Fehler und Irrtümer neoliberalen Denkens und weist auf, wie "Der Weg zur Prosperität" gestaltet werden könnte.

von Gert Ewen Ungar

Man kann Deutschland und den deutschen Eliten zwei Bereiche mit großen Wissensdefiziten zuordnen. Die Deutschen sind in ihrer Breite in Bezug auf sowohl Makroökonomie als auch Geopolitik weitgehend ahnungslos. Die große Wirtschaftsnation mag von Betriebswirtschaft viel verstehen, von Makroökonomie, von Nationalökonomie verstehen die im Bundestag vertretenen Parteien und die medialen Eliten praktisch nichts. Das macht Deutschland einfach manipulierbar und anfällig für insbesondere transatlantische Beeinflussung, denn das Verständnis beider Bereiche ist grundlegende Voraussetzung dafür, aktuelle politische Entwicklungen einordnen zu können. Fehlt dieses Wissen, zerfällt die Welt in kleine Einzelphänomene, die scheinbar unverbunden sind. Dann haben die zunehmende Aggressivität des französischen Staates gegen die Gelbwesten, die zunehmende Aggression des Westens gegenüber Russland und China und die Unfähigkeit, auf den Klimawandel angemessen reagieren zu können, anscheinend nichts miteinander zu tun. In Wahrheit sind sie eng verbunden, denn es geht um die ökonomische Spielordnung. Das Verbindende ist die grundlegende Frage aller Ökonomik und ebenso, welche Antwort darauf die jeweils herrschende Lehre gibt. Es ist die Antwort auf die Frage, wer wie und mit welchem Anteil am gemeinsam produzierten Wohlstand teilhaben darf. Seit nunmehr über dreißig Jahren gibt die Europäische Union, geben ihre Vorgängerorganisationen und Deutschland auf diese zentrale Frage mit zunehmender Lautstärke eine einzige Antwort: Das regelt doch der Markt. Der Staat habe sich möglichst weit herauszuhalten aus den Mechanismen des Marktes, die sich –  blieben sie nur unangetastet – selbst immer ins Gleichgewicht brächten. Angeblich zumindest. Dieser Glaube hält sich stark, obwohl die Krisen der jüngsten Vergangenheit das Gegenteil nahelegen: Dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit, zunehmende Armut in der EU und der Währungsunion, ein instabiles Finanzsystem, anfällig für Krisen und ein von der Realwirtschaft entkoppelter Finanzmarkt, der die Realwirtschaft nicht fördert, sondern zerstört. All das, verbunden mit mangelnder Innovationskraft, zeichnet das Wirtschaftsmodell der EU aktuell aus. Das hat Gründe. In seinem Buch "Der Weg zur Prosperität" analysiert Stephan Schulmeister diese Gründe, zeigt die Fehlentwicklungen der vergangenen Dekaden auf und weist einen Weg hinaus aus dem ökonomischen und dem damit verbundenen politischen Niedergang. Nationalökonomie, so hält er fest, ist im Gegensatz zu ihrem eigenen Selbstverständnis eben keine reine (gar "exakte" Natur-) Wissenschaft, sondern einen Sozialwissenschaft, die ihr zentrales Objekt durch die Art der Betrachtung verändert. Nationalökonomie hat gesellschaftliche Relevanz, weil die Diskurse, die dort geführt werden, das Objekt des Diskurses verändern. Es gibt keine reine, unabhängige Ökonomie, die es einfach nur zu beschreiben gelte, wie man ein physikalisches Phänomen beschreibt. In der Art der Beschreibung liegt schon die gesellschaftliche Relevanz. Ökonomie ist eine Sozialwissenschaft. Aktuell ist sie in ihrer Ausrichtung in Deutschland eine Sozialwissenschaft, die so tut, als sei sie eine reine Wissenschaft. Dadurch ist sie jedoch gar keine Wissenschaft mehr, sondern nur noch Wissenschafts-Esoterik mit allerdings weitreichendem gesellschaftlichen Einfluss. Die in Deutschland gelehrte und vertretene Nationalökonomie ist in ihrer Breite dem Gleichgewichtsmodell verpflichtet. Märkte – so die Grundannahme – bringen sich über die Preisfindung immer selbst ins Gleichgewicht, wenn der Zugang zu Information frei und der Markt von äußeren Einflüssen unberührt bleibt. Beschreibt man Marktprozesse als ein Gleichgewichtssystem, das sich selbst immer wieder in eine Balance bringt, wenn sich der Staat aus der Findung dieser Balance heraus hält, dann hat dieses quasi religiöse Modell Auswirkungen auf die Akteure. Der Staat wird in einen permanenten Rechtfertigungszwang gebracht und folglich als Akteur zurückgedrängt. Schulmeister stellt fest: Die neoliberale Gleichgewichtstheorie ist das einschneidendste antiaufklärerische, gegenemanzipatorische Paradigma der Moderne, denn das zentrale Problem der Gleichgewichtstheorie ist, dass sie nicht in der Lage ist, Realität zu beschreiben. Dass sich Märkte ins Gleichgewicht bringen, wird von der Gleichgewichtstheorie immer schon vorausgesetzt. Wenn das nicht der Fall ist, muss es äußere Störungen gegeben haben. Für diese äußeren Störungen ist in der Regel der Staat "verantwortlich", der in das "freie" Spiel der Märkte eingegriffen und sie dadurch "verzerrt" hat. Dementsprechend wird von Neoliberalen permanent ein Rückbau des Staates gefordert. Eine Überprüfung der eigenen Grundannahme oder gar eine empirische Überprüfung der Thesen findet nicht statt. Die Verteidiger der neoliberalen Gleichgewichtstheorie argumentieren im Zirkelschluss. Der Markt ist perfekt - ist er es nicht, wurde er von außen gestört. Die Theorie dreht sich im Kreis. Dieser idealistischen Theorie, die gleichsam verzweifelt Wirklichkeit an die Grundannahmen der Theorie anpassen möchte, stellt Schulmeister die realistische Theorie gegenüber, die ihre Axiomatik, ihre Grundannahmen beständig überprüft und mit der Realität abgleicht. Schulmeister beruft sich zentral auf Keynes, einen der großen maßgebenden Ökonomen, der die wissenschaftlichen Voraussetzungen für den "New Deal” und damit für einen mehrere Dekaden anhaltenden Boom und für wirtschaftliche Stabilität in den westlichen Ländern nach dem zweiten Weltkrieg gesorgt hat. Eine freie Marktwirtschaft, so führt Schulmeister mit Keynes aus, produziert immer Krisen und zwar zunächst auf den Finanzmärkten. In einem umfangreichen Kapitel weist Schulmeister nach, dass gerade die Finanzmärkte nicht rational sind, sondern zu permanenten Übertreibungen neigen, da sie sich gleichsam selbst zur Grundlage der Information nehmen, aus der auf die weitere Entwicklung von Kursen geschlossen wird. Sie selbst überlassen, schaukeln sie sich auf. Das Kreieren von Spekulationsblasen ist damit nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Bei ihrem unweigerlichen Platzen – irgendwann – wird Geld umverteilt und zwar dorthin, wo ohnehin schon viel zu viel davon zusammengerafft ist. Die Realwirtschaft wird dabei in Mitleidenschaft gezogen.Es war Keynes großes Verdienst, dies in seiner Analyse der als "Große Depression" bekannt gewordenen Wirtschaftskrise erkannt zu haben, die mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse im Jahr 1929 ihren Anfang nahm. Den Thesen seiner "Allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes" folgend wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Finanzmärkte ruhiggestellt: Es wurden feste Wechselkurse eingeführt und so auch Spekulationen gegen einzelne Währungen und damit Länder unterbunden, um hier nur zwei Maßnahmen zu nennen. In der Folge herrschte Vollbeschäftigung, die Löhne stiegen, es herrschte ein Investitionsklima, das Innovationen ermöglichte. Kurz – es gab Fortschritt. Alle Mittel flossen in die Realwirtschaft und schufen dort Wachstum und Werte – es begann die Zeit des "Wirtschaftswunders", das mehrere Jahrzehnte keine einschneidende ökonomische Krise kannte. Mit der Entfesselung der Finanzmärkte kehrte sich dies um. Dies war ein Putsch von oben, der sich gegen die Interessen der großen Mehrheit richtete. Schulmeister legt dar: Wir haben das Wissen, eine krisenfrei funktionierende Ökonomie aufzubauen. Wir tun – entgegen jeder Vernunft – das Gegenteil davon. Nun kehren Finanzkrisen zyklisch wieder. Investitionen in die Realwirtschaft lohnen nicht, denn die Gewinnmargen für große Akteure sind an den Finanzmärkten im Vergleich zur Realwirtschaft höher. Die Innovationskraft der Volkswirtschaft erschlafft. Es kommt zum Niedergang, der in Deutschland und in der EU inzwischen deutlich sichtbar ist. Wir bauen Infrastruktur zurück, Mieten explodieren, die sozialen Sicherungssysteme werden zurückgefahren. Man muss aus mehreren Dekaden den Schluss ziehen: Märkte, sich selbst überlassen, regeln – gar nichts.   Es ist dieser Putsch von oben, der die große Mehrheit der Bürger vom gemeinsam erwirtschafteten Wohlstand, von Stabilität und Planbarkeit der eigenen Existenz zugunsten eines ins Obszöne wachsenden Reichtums einer kleinen Minderheit abschneidet. Den Unterschied in der Entwicklung sieht man aktuell an den Entwicklungen in den aufstrebenden Ländern. In China und inzwischen auch in Russland fließt Geld in enormem Ausmaß in die Realwirtschaft. Die Finanzmärkte sind weitgehend stillgelegt. Öffnungen von Märkten werden grundlegend beobachtet, überdacht und werden korrigiert, wenn sie sich als toxisch für die Gesamtwirtschaft und das gesellschaftliche Gesamtwohl erweisen. So wurden die Privatisierungen der Neunziger in Russland rückgängig gemacht. Das neoliberale Projekt hat Russland in den Staatsbankrott geführt. Allerdings wurden daraus die richtigen Lehren gezogen. Die Schlüsselindustrien Russlands sind unter staatlicher Aufsicht. Der Lebensstandard nimmt in China und Russland deutlich sichtbar zu, die Ökonomien sind hoch innovativ und produktiv. Hierzulande dagegen nimmt der Lebensstandard ab. Schulmeister weist darauf hin, dass sich der Kapitalismus nicht zähmen, wohl aber bändigen lässt. Es ist allerdings nur der Nationalstaat, der ihn einhegen kann. Dazu muss jedoch der politische Wille vorhanden sein. Aktuell ist das im Westen weithin nicht der Fall. Das Argument, im Westen seien die "Märkte gesättigt", es gebe gleichsam nichts mehr zu tun für jenes Geld, das in die Realwirtschaft fließt, lässt Schulmeister nicht gelten. Mit der Energiewende ließen sich – wollte man es denn politisch – in der Realwirtschaft große Wachstumsimpulse setzen, indem man beispielsweise alle Gebäude energieeffizient macht. Eine Mammutaufgabe, die nur der Staat initiieren kann. Auch im Bereich der Digitalisierung und des Internets erkennt Schulmeister großes Potential für einen Aufbruch in die Prosperität. Die EU und Deutschland haben hier viel nachzuholen, da sie die Digitalisierung bislang ausschließlich privaten (US-)Anbietern überlassen haben, was enorme Risiken birgt. Der Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken, verbunden mit einer immer höheren Besteuerung von Flugreisen auf kurzen Strecken, wäre ein nachhaltiges Projekt, das den Staat als Akteur braucht. All diese Impulse müssen allerdings mit einem Willen zur Regulierung und zur Finanzierung staatlich gesetzt werden. Es gäbe viel zu tun, wenn man es denn wollte. Nach der Lektüre von "Der Weg zur Prosperität" versteht man, dass wir uns nach wie vor in einer Systemkonkurrenz befinden. Verkürzt lässt sich sagen: Bis 1990 war es die Konkurrenz vom Sozialismus gegenüber dem Kapitalismus. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion radikalisierte sich die westliche Spielart des Kapitalismus, während sich Russland und China immer stärker der keynesianischen Variante des Kapitalismus annähern, wenn auch sicher nicht völlig gradlinig und stringent, da auch dort gesellschaftliche Kräfte in unterschiedliche Richtungen ziehen. Doch der Weg ist klar. Dort wachsen die Mittelschichten und der Wohlstand der Massen. Mit der Zunahme von sozialer Sicherheit und der Planbarkeit der Lebensentwürfe nimmt dort die Freiheit zu. Der Lebensstandard steigt, während er hier sinkt und Demokratie zurückgebaut werden muss, um den wachsenden Protest der Bürger gegen die Verweigerung nennenswerter Teilhabe am Wohlstand gegen die "Interessen des Marktes" zu verteidigen, die eben nicht die Interessen der Allgemeinheit sind. Es werden einige ganz einfache Regeln nicht beachtet. Eine davon lautet: Die Bürger eines Staates müssen an der wirtschaftlichen Entwicklung so partizipieren, dass sie über das Geld verfügen, um die Waren kaufen zu können, die von ihnen hergestellt werden. Alles andere führt zu Verwerfungen im Innern wie im Äußeren. Stephan Schulmeister führt dafür den Beweis.


ein text in der reihe: geschichts-fälschungen

der betrug der völker von europa durch die amis - hier dasselbe thema als video
die EU wurde vom tiefen staat der amis geschaffen, als verlängertem arm der NATO.
- wie der tiefen staat der USA/GB die EU schafft - ab min. 1:05:25 

«Die Gründerväter Europas waren in der Hand der Amerikaner»

https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2019/nr-10-23-april-2019/die-gruendervaeter-europas-waren-in-der-hand-der-amerikaner.html

Interview von Alexandre Devecchio («Le Figaro») mit Philippe de Villiers*

«Es wird offensichtlich, dass die ‹Gründerväter› nicht dem geheiligten Bild der mythologischen Erzählung entsprachen. Es waren Menschen in der Hand der Amerikaner, geschwächt und abhängig.» Das schlaffe Europa, unter dem wir heute leiden, ist keine Fehlentwicklung der eigentlichen Absichten der Gründer des Vertrags von Rom [Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft], sondern die eigentliche Umsetzung ihres Projekts, hebt der ehemalige Präsidentschaftskandidat für das Elysee, Philippe de Villiers, anklagend hervor.

Le Figaro: Ihr jüngstes Buch über die «Gründerväter Europas» steht im Kreuzfeuer der Kritik. Haben Sie eine solche Kontroverse erwartet?

Philippe de Villiers: Ja, natürlich. Seit Jahrzehnten bewegt sich die Union im verborgenen. Sie ist ein Wesen des Abgrunds; was sie fürchtet, ist das Licht. Der plötzliche Lichtstrahl, der auf die Gründungslüge gerichtet wird, hat die kleine Welt der akkreditierten «Possenreisser» in Panik versetzt. Zu spät. Das Buch ist im Umlauf. Es findet reissenden Absatz.

Weshalb ist das so?

Weil es kein Buch mit Halbwahrheiten ist, das mit einer wissenden Handbewegung weggewischt werden könnte. Es ist ein Buch, das sich auf Untersuchungen stützt, mit 111 Seiten Beweismaterial, neu freigegebenen Archivdokumenten, die für sich sprechen. Der Gegenangriff der in Angst versetzten Vertreter der offiziellen Meinung, die versuchen, eine Schutzzone zu errichten, kommt an der störenden Wahrheit der Beweise nicht vorbei. Alles gerät ins Wanken. Es wird offensichtlich, dass die «Gründerväter» nicht dem geheiligten Bild der mythologischen Erzählung entsprachen. Es waren Menschen in der Hand der Amerikaner, geschwächt und abhängig. Was das Projekt des ursprünglichen Europas betrifft, so war es keineswegs das einer «Europäischen Macht». Die Amerikaner wollten einen zusätzlichen Markt mit einer Exekutivkommission, das heisst einer technischen, postpolitischen Autorität, von Funktionären geleitet und von der Kontrolle der Staaten unabhängig. Man führt als Entgegnung den Kalten Krieg und die Unterstützung des Antikommunismus an. Aber ich habe herausgefunden, dass Monnet am 13. November 1934 in Moskau mit Stalins Segen geheiratet hat. Antikommunismus war keineswegs seine Leidenschaft.

Was antworten Sie denjenigen, die Sie als «Verschwörer» bezeichnen?

Bei Verschwörungen geht es um Theorien, Gerüchte, Fantasien. Bei mir geht es um das Gegenteil: Ich veröffentliche Dokumente. Mein Buch ist sogar die Antwort auf die echte Verschwörung. Ich habe herausgefunden, dass Monnet, um dem Einfluss des Quai d’Orsay [französisches Aussenministerium] zu entkommen, sein Team ein «Kommando von Verschwörern» nannte. Die «europäische Konstruktion» hat sich schon immer mit Geheimhaltung umgeben. Undurchsichtigkeit war die Regel. Die «Monnet-Methode» ist verschwörerisch, gegen die Völker gerichtet. Er verheimlicht es nicht. Diese Konstruktion ist in Wirklichkeit ein Serienmord an den Demokratien Europas.

Einige Historiker behaupten, dass schon lange bekannt ist, dass Monnet den Amerikanern nahestand ...

Aber man hat vergeblich darauf gewartet, von ihnen zu erfahren, dass diese Nähe eine Kompromittierung darstellte: Dieser Präsident des «Komitees für die Vereinigten Staaten von Europa» erhielt geheime Zahlungen über die «Ford Foundation», aus CIA-Kreisen und über ein Konto bei der Chase Manhattan Bank. Viele Biographen wiederholen Monnets Worte, der behauptete, er habe «jegliche staatliche Subventionen ausgeschlossen». Ich beweise jedoch, dass dies eine Lüge ist, indem ich alle Dokumente veröffentliche, die die geheimen Überweisungen von stolzen Summen belegen und die Beeinflussungsoperationen, die die Gegenleistung darstellten. Es gibt auch andere Dokumente, die zeigen, dass Monnet ein Agent des Aussenministeriums war. Diese Historiker haben einige Unterlassungen begangen! «Das dekonstruktive Gen, das die Europäische Union unterhöhlt, befand sich in der DNA der ‹Gründerväter›. Das Programm war von Anfang an festgelegt. Sie wussten, was sie taten und was sie wollten: eine gehirnlose Governance, um sich auf einen globalen Massenmarkt zuzubewegen. Wir sind weit entfernt von einem unabhängigen Europa.»

Was sagen Sie denen, die sagen: «Das wuss­ten wir schon ...»

Und warum haben sie dann nichts gesagt? Ich wusste nichts davon. Meine Leser anscheinend auch nicht. Ich wusste nicht, dass Schuman den Ersten Weltkrieg in deutscher Uniform, den Zweiten in Klöstern verbracht hatte, nachdem er unter Pétain einen Ministerposten bekleidet und für eine umfassende Vollmacht gestimmt hatte. Mir war nicht bekannt, dass der Architekt des Vertrags von Rom und erste Präsident der Kommission [Walter Hallstein] ein nationalsozialistischer Jurist war, der damit beauftragt worden war, den Rahmen für «Das Neue Europa» festzulegen, bevor er ein hoher Offizier für nationalsozialistische Ausbildung wurde und dann von den Amerikanern umerzogen wurde, um anschliessend von ihnen für führende europäische Positionen vorgeschlagen zu werden.

Was wollten Sie aufzeigen?

Dass das heutige Europa, ohne Körper, ohne Kopf, ohne Wurzeln, ohne Grenzen, keine falsche Umsetzung darstellt. Die geöffneten Archive liefern den Beweis: Das dekonstruktive Gen, das die Europäische Union unterhöhlt, befand sich in der DNA der «Gründerväter». Das Programm war von Anfang an festgelegt. Sie wussten, was sie taten und was sie wollten: eine gehirnlose Governance, um sich auf einen globalen Massenmarkt zuzubewegen. Wir sind weit entfernt von einem unabhängigen Europa. Die beiden von Anfang an vorhandenen aktiven Prinzipien, die Personenfreizügigkeit und die Nichtdiskriminierung, haben wie Radiumstufen gewirkt, die die beiden vor uns liegenden grundlegenden Zivilisationsveränderungen hervorgebracht haben, das Soros-Europa und den Marrakesch-Pakt: Das erste Prinzip – die Personenfreizügigkeit – war die Vorstufe zur Abschaffung der physischen Landesgrenzen, die den austauschbaren, multi-unkultivierten Menschen hervorbringt. Und das zweite, die Nichtdiskriminierung, hat das Ende der anthropologischen Grenze vorbereitet, welche einen «Sandmann» hervorbringt, ohne Humus und ohne Nachkommenschaft.

Ein Kapitel ist Orbán gewidmet. Warum haben Sie ihn getroffen?

Ich wollte die Wahrheit wissen. Ich war sehr beeindruckt von diesem überlegt sprechenden, unerschütterlichen, reifen Mann, der keinen anderen Ehrgeiz hat, als seinem Land zu dienen. Er wurde dreimal hintereinander wiedergewählt. In Brüssel sagt man, er sei kein Demokrat. Er schützt seine Grenze, die eine Schengen-Grenze ist, und er will keine Masseneinwanderung, welche Brüssel der Visegrad-Gruppe aufzuzwingen versucht. Ich habe die Zweiteilung Europas wahrgenommen: einen Teil, der nicht islamisiert werden will, und einen anderen, der bereits den mutual accomodations ausgeliefert ist. Dies ist der Gegensatz zwischen den Eliten des Ostens, die ihre nationale Faser, ihre vertrauten Heimatländer behalten haben, und denjenigen des Westens, die in ihrer Neurose der ehemals Besiegten baden, misstrauisch gegenüber jedem Überschwang, jeder Begeisterung, jedem nationalen Gefühl. Letztendlich ist Monnets Europa für sie nur die Geschichte eines ständig fortschreitenden Traumas.

Ist dieses Buch eine Möglichkeit, um sich für «populistische Parteien» einzusetzen?

Nein, ich gebe keine Anweisungen, ich schlage Alarm. Ich schlage und schlage. Bevor der Muezzin kommt. Der Populismus ist der Schrei der Völker, die nicht sterben wollen.

Ist das von Ihnen beschriebene Europa reformierbar?

Sie fragen mich, ob Le Corbusier ein Viollet-le-Duc werden könnte?1 Die Antwort ist nein. Der grundlegende Mangel liegt in einer post-politischen, körperlosen, undemokratischen Architektur mit einem externen Bindeglied. Mit einem globalistischen und multikulturalistischen Tropismus, der von einer «Union» erzeugt wird, die das Innenleben unserer Zivilisation zerstört. Es ist nicht reformierbar.

Haben Sie keine Angst vor dem Chaos, das sein Fall mit sich bringen könnte?

Das Chaos, das haben wir schon. Der Bruch zwischen dem ideologischen und dem körperlichen Europa wird sich vergrössern. Die Mauer von Maastricht wird fallen. Denn der Traum vom Zusammenwachsen der Nationen – der Traum der postnationalen Eliten – ist in den Herzen der Völker verschwunden. Er ist zerfallen, weil er aus einem Netz von Lügen gewoben war. Die Welt von morgen, die bereits am Horizont auftaucht, ausserhalb Europas, ist die Welt der Entglobalisierung und damit der Souveränität des Rechts der Völker auf historische Kontinuität und der Grenzen, die die Frieden bringenden Filter der Zukunft sind.    •

* Philippe de Villiers, 1949 in der Vendée (Westfrankreich) geboren, ist ein französischer Politiker und Publizist. Mit einem dreijährigen Unterbruch war er von 1987 bis 2004 Mitglied der französischen Nationalversammlung. Von 2004 bis 2014 gehörte er dem Europäischen Parlament an. Als Autor veröffentlichte er eine Vielzahl historischer Bücher. 2005 trat er für die Beibehaltung der Souveränität Frankreichs ein und lehnte beim Referendum den Verfassungsvertrag für die EU ab. Er ist Gründer des «Puy du Fou», eines historischen Themenparks, der eines der beliebtesten Ausflugsziele Frankreichs ist und jährlich rund 2 Millionen Besucher anzieht.

Quelle: © Alexandre Devecchio/Le Figaro vom 26.3.2019 (Übersetzung Zeit-Fragen)

1    Eugène Viollet-le-Duc war ein französischer Architekt, Denkmalpfleger und Kunsthistoriker. Er erlangte Berühmtheit durch seine Restaurierungen mittelalterlicher Bauwerke und seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Architekturgeschichte. Er lebte von 1814 bis 1879. Le Corbusier lebte von1887 bis 1965. (Anm. d. Übers.)

 


 migration schadet 99% - 1% profitiert
 
 
migration schadet den armen ländern...
 

Arbeitskräfte-Abwanderung:
Osteuropa gerät zunehmend in Schwierigkeiten (Video)

Arbeitskräfte-Abwanderung: Osteuropa gerät zunehmend in Schwierigkeiten (Video)
Arbeiter in Rumänien reparieren ein Gleis. In dem Land herrscht durch die Abwanderung inzwischen ein Mangel an Arbeitskräften.
Zu den goldenen Grundregeln der Europäischen Union gehört auch die sogenannte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Demnach hat jeder EU-Bürger das Recht, sich überall innerhalb des Staatenbundes niederzulassen und dort eine Arbeit aufzunehmen. Was zunächst wie eine große Errungenschaft für alle Menschen klingt, hat bei genauerer Betrachtung einen Haken. Durch die Konkurrenz von Arbeitnehmern aus ärmeren Regionen gehen die Löhne in reicheren Regionen nach unten. Gleichzeitig fehlen in den Ursprungsländern immer mehr Arbeitskräfte. Was sich als Lose-Lose-Situation für die betroffenen Menschen und Staaten darstellt, erfreut hingegen die Arbeitgeber in den reicheren Ländern.

 

die folge der migration in den reichen ländern..
 

Gewerkschaften:
Niedriglohnsektor in Deutschland der größte in Westeuropa

Gewerkschaften: Niedriglohnsektor in Deutschland der größte in Westeuropa
Vor allem aufgrund politischer Entscheidungen wird das traditionelle Arbeitsmodell immer seltener, und die Instabilität für Arbeitnehmer nimmt zu.
Unsicherheit in der Arbeitswelt, Niedriglöhne und atypische Beschäftigung nehmen weltweit zu. Ausgerechnet Deutschland hat den größten Niedriglohnsenktor Westeuropas. Zurückzuführen seien diese Entwicklungen vor allem auf die Politik, so eine Studie des DGB. Weltweit arbeiten mindestens 1,4 Milliarden Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen und auch die Sklaverei nimmt zu. Gerade im von Wohlstand und Wachstum geprägten Deutschland gibt es Probleme. Das geht aus der Studie "Atlas der Arbeit" hervor, die vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Hans-Böckler-Stiftung erstellt und am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Zwar lesen die Arbeitgeberverbände aus der Studie offenbar eine sehr gute Situation für deutsche Arbeitnehmer heraus: Doch fast jeder Zweite hat bereits heute kein Beschäftigungsverhältnis mehr, auf den der "traditionelle Arbeitnehmerbegriff" zuträfe  – sozialversichert, unbefristet, vertraglich geregelt, fest entlohnt, feste Arbeitszeit. Und dass Arbeitnehmer von ihrem Lohn leben können, wird immer öfter die Ausnahme als die Regel, nach deren Logik sich das Arbeiten einmal gerichtet hat. Mittlerweile arbeiten 7,4 Millionen Menschen auf geringfügiger Beschäftigungsbasis für 450 Euro im Monat. Hierzulande ist das für 4,7 Millionen Arbeitnehmer die einzige Einkommensquelle. Eines der zentralen Ergebnisse der Studie sei den Autoren zufolge, dass Prekariat und Unsicherheit sich weltweit und auch hierzulande vor allem aufgrund politischer Entscheidungen ausbreiten, weil der Arbeitsmarkt dereguliert wurde. Zwar sei auch Digitalisierung als ein Faktor dafür anzusehen, dass Arbeitszeiten weniger geregelt und von Freizeit abgegrenzt sind. Doch die Ursachen für eine zunehmend polarisierte Lohnstruktur und den stark gewachsenen Niedriglohnsektor in der Bundesrepublik seien in der Politik zu finden. In Deutschland habe der Anteil einen historischen Höchststand erreicht, noch nie habe es so viele Deutsche in prekären Arbeitsverhältnissen gegeben – dazu werden Minijobs, unfreiwillige Teilzeit- und Leiharbeit, Werk- und Zeitverträge gezählt. Viele müssten aufstocken. Insgesamt habe sich der Anteil der prekären Beschäftigungsverhältnisse seit den Neunzigerjahren mehr als verdoppelt. Der wachsenden prekären Arbeit entspricht die Zunahme des Niedriglohnbereichs. In Deutschland ist er größer als in allen anderen Staaten Westeuropas. 1,2 Millionen Erwerbstätige verdienen so wenig, dass sie zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind. So gehöre der Niedriglohnsektor in Deutschland "mittlerweile zu den größten in Europa". Auch die Anzahl der unterhalb der Niedriglohnschwelle Beschäftigten steige an: Fast jeder und jede vierte abhängig Beschäftigte verdiente 2015 weniger als 10,22 Euro und lag damit unter der Niedriglohnschwelle. Minijobberinnen, gering Qualizierte, junge Menschen und ausländische Beschäftigte arbeiten besonders häufig für niedrige Löhne. Dies hat politische Gründe wie die Hartz-Reformen, mit denen der Arbeitsmarkt dereguliert wurde.

Politik tut wenig für Langzeitarbeitslose

Das Risiko der Arbeitslosigkeit sei gestiegen, weil Beschäftigungsverhältnisse zunehmend zeitlich befristet seien. Vor allem Leiharbeiter seien davon betroffen, und auch für hochqualifizierte Tätigkeiten würden immer öfter nur Leiharbeitsverträge geschlossen. Für viele werde das zum Dauerzustand, ohne Aussicht auf einen regulären Job. Die Anzahl der Arbeitnehmer habe sich erhöht, unter anderem weil viele Menschen wie noch nie arbeiteten, aus ökonomische Zwängen heraus auch Frauen und ältere Menschen. Dennoch sei die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Deutschland nur geringfügig gesunken. "Für sie tut die Politik wenig", heißt es in der Studie. Zudem seien die öffentlich zugänglichen Statistiken nicht immer glaubwürdig. Umstritten ist besonders die wahre Zahl der Arbeitslosen, weil Regierungen gern bestimmte Gruppen aus der Statistik herausrechnen, damit sie besser dastehen.

Arbeit schützt vor Altersarmut nicht

Arbeiten lohne sich immer weniger, das ist eine weitere zentrale Erkenntnis der Studie. Die Lohnquote sinke kontinuierlich, und während Einkommen aus Arbeit gar nicht bis minimal stiegen, nähmen Einkommen aus Kapital weitaus stärker zu. Die Anzahl der Deutschen, die von mittlerem Einkommen leben, sei geschrumpft, während die Anzahl der Menschen mit extrem hohem Einkommen gestiegen sei. Ein weiterer gesellschaftlicher Aspekt der zunehmenden atypischer Beschäftigungen und damit einhergehender geringerer Einkommen sei die schlechte bis unzureichende soziale Absicherung. Besonders im Alter habe das für sehr viele Menschen schwer erträgliche Folgen. Das Rentenniveau sinkt, das Rentenalter steigt. Wer länger arbeitslos war oder nie besonders viel verdient hat, bekommt das bis zum Tod zu spüren. Insbesondere Frauen seien betroffen, denn sie verdienten weniger als Männer und haben schlechtere Chancen bei der Karriere. Die Lohndifferenz betrage seit Jahren rund 22 Prozent. Auch weil Frauen oft ihre Arbeit für Familien- und Pflegetätigkeiten unterbrächen, erhielten sie geringere Renten. "Wenn Frauen Familien gründen, reduzieren sie oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit, während Männer über die Lebensphasen relativ konstant in Vollzeit arbeiten." Viermal so viele Frauen wie Männer arbeiteten in Teilzeit. Der "Atlas der Arbeit" zeigt zudem auf, dass sogar die Zwangsarbeit in Deutschland ansteigt. "Es gibt eine zunehmende Gefahr von Arbeitssklaverei in Deutschland", so Michael Guggemos, der Geschäftsführer der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Der Studie zufolge sind insbesondere Eingewanderte von dem Risiko bedroht, Opfer von Zwangsarbeit und Menschenschmuggel zu werden. Dazu zählt zum Beispiel Zwangsprostitution mit Freiheitsberaubung, von der Frauen aus Bulgarien, Rumänien und Nigeria nicht nur in Bordellen, sondern auchi n weniger offiziellen Einrichtungen betroffen sind. Nach Ansicht der Autoren der Studie ist die nächste Finanzkrise nur eine Frage der Zeit, da das kapitalistische System darauf angewiesen sei, dass Arbeitnehmer ausreichend Geld verdienen, um konsumieren zu können. Ohne darauf einzugehen, dass die Bundesrepublik ihren Wachstum auf den Export stützt, formulieren die Autoren die Aussichten ganz generell: Eine Wohlstandsgesellschaft bleibt nur so lange stabil, wie die Einkommensverteilung gerecht ist. Finanzspekulationen sind ein Hinweis dafür, dass die nächste Krise droht.

Besonders Frauen betroffen:
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